Pater Periya hat sich gut eingelebt

Präses der KAB Grafenwald

Er heißt Periyanayagam Madalaimuthu. In Kirchhellen nennen sie ihn schlicht Pater Periya. Seit knapp einem Jahr arbeitet er als Kaplan in der Gemeinde St. Johannes. Jetzt wurde der 39-Jährige von Bischof Genn zum Präses der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) St. Josef Grafenwald berufen.

Kirchhellen

, 24.11.2015 / Lesedauer: 3 min
Pater Periya hat sich gut eingelebt

Pater Periya

Hier gefällt es mir ganz gut“, sagt Pater Periya. Und meint damit sehr gut. Die deutsche Sprache hat noch ein paar kleine Tücken für ihn. Erstaunlich wenige allerdings, wenn man weiß, dass der Weltpriester aus Indien erst kurz vor seiner Ankunft in Deutschland die ersten deutschen Sätze gesprochen hat. „Ich finde es nicht schwer, eine Sprache zu lernen. Wenn man es schwer findet, lernt man es nicht“, sagt er und lacht fröhlich: „Man muss positiv sein.“

"Ich mache alles mit"

Ein knappes Jahr ist er in Kirchhellen. „Ich habe keine schlechte Erfahrung gemacht“, sagt er. Jetzt freut er sich auf die neue Aufgabe. Mit der KAB St. Josef ist er gut vertraut. Er erzählt, wie sich deren Vorsitzender Bernhard Windmöller nach seiner Ankunft um ihn gekümmert habe. „Ich mache alles mit“, berichtet er von gemeinsamen Aktivitäten. Familienwochenenden, Fahrradausflüge, aber auch Messen und Seelsorge – alles gehört dazu.

Miteinander

Seine Aufgabe, so erzählt er, sei es, auf Menschen zuzugehen und ihnen bei ihren Problemen zu helfen, ihnen beizustehen. Er sagt: „Und dieses Miteinander, das ist auch das Motto der KAB, die sich für Menschen in der Arbeitswelt einsetzt. Deswegen bin ich glücklich, dass ich KAB-Präses geworden bin, weil meine Einstellung mit dem Motto der KAB identisch ist.“

Christliche Werte

Zehn Jahre wird er im Bistum Münster bleiben, mindestens fünf davon in Kirchhellen. Was gefällt ihm? Die Antwort kommt prompt: „Die Menschen“. Er erläutert: „Sie leben christliche Werte.“ Und damit meint er nicht nur die Gemeindemitglieder. Disziplin, Gesetzestreue, eine große Hilfsbereitschaft in der Gesellschaft, das Umweltbewusstsein – das alles ist ihm sofort aufgefallen. „Das könnte ein Vorbild für meine Heimat sein.“

Heimat in Indien

Seine Heimat – das ist ein Dorf im indischen Bundesstaat Karnataka. Für das Theologiestudium ging er, damals schon Mitglied des Ordens der Missionare des heiligen Franz von Sales, nach Kamerun. Um das Studium auf Französisch absolvieren zu können, war er zuvor sechs Monate nach Paris gegangen. „Ich wollte etwas von der Welt sehen und auch arbeiten.“

Besondere Mission

2008 wurde er zum Priester geweiht und arbeitete drei Jahre an einer Universität in Kamerun als Seelsorger und Vizeschulleiter. Doch dann erkrankte Pater Periya an Malaria und ging zurück nach Indien, wo er als Pfarrer in einem Missionszentrum arbeitete. Bis seinen Orden die Anfrage aus Münster erreichte. „Ich habe sofort ja gesagt.“ Braucht es auch hier in unserer Zivilisation Missionare? Ja, sagt der Ordenspriester. Hier geht es nicht wie in Afrika darum, den Glauben zu verbreiten, oder wie in Indien um interreligiöse Arbeit. Aber angesichts der schwindenden Anzahl von Kirchgängern sieht Periya es als eine „ganz besondere Mission, den Glauben zu beleben.“  

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