„Es war ein Schock für die Gemeinde“ - Pater Periya über die Situation in St. Johannes

rnGemeinde St. Johannes

Seit Pastor Witte vor rund drei Wochen Kirchhellen verlassen hat, ist Pater Periya alleine verantwortlich für die Gemeinde St. Johannes. Was bedeutet das für ihn?

Kirchhellen

, 03.03.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am 8. Februar hatten Pastor Witte und Pastoralreferentin Caroline Johnen den Gemeindemitgliedern von St. Johannes erklärt, dass sie Kirchhellen gemeinsam verlassen werden und eine Familie gründen wollen.

Seitdem ist nur noch Pater Periya in Kirchhellen. Der Inder kam 2014 als Kaplan in den Ort, 2015 wurde er zum Präses der KAB Grafenwald berufen. Seine Heimat ist ein Dorf im indischen Bundesstaat Karnataka.

Für sein Theologiestudium zog er nach Kamerun. Um das Studium auf Französisch absolvieren zu können, war er zuvor sechs Monate nach Paris gegangen. 2008 wurde er zum Priester geweiht. Seit dem Weggang von Pastor Witte ist Pater Periya Pfarrverwalter in Kirchhellen.

Pater Periya, wie haben Sie den Weggang von Pastor Witte und Caroline Johnen erlebt?

Seit der Ankunft der beiden in unserer Pfarrei gab es viele Umstellungen und Anstöße zu Neuem in der Gemeinde. Mit ihrem schnellen Weggang hat wohl niemand gerechnet. Aber so ist das Leben. Immer wieder kommen unerwartete Ereignisse, die einen Umbruch der bisherigen Lebens- und Zukunftsplanung erforderlich machen. Man muss die Ereignisse so hinnehmen wie sie kommen und dabei immer eine positive Einstellung haben. Das ist Teil unseres christlichen Glaubens und unsere Hoffnung, dass wir immer in Gottes Gnade stehen.

Wie erleben Sie die Gemeinde aktuell? Wie ist die Stimmung?

Es war ein Schock für die Gemeinde, da mit einer solchen Entwicklung niemand gerechnet hat. Aber die Aktivitäten laufen wie gewohnt weiter.

Was bedeutet die aktuelle Entwicklung für Sie und Ihre Arbeit?

Ich bin aufgrund der aktuellen Entwicklung am 16. Februar zum Pfarrverwalter für die Pfarrgemeinde St. Johannes vom Bischof ernannt worden. Ich habe sofort von vielen Seiten Hilfe und Unterstützung angeboten bekommen, die ich auch sehr gerne und dankbar annehme. Das Jugend-Kloster in Kirchhellen und Probst Dr. Cleve aus Bottrop sind sofort mit eingesprungen. Zusätzlich unterstützt uns seit dem 29. Februar auch noch Pfarrer Bornemann.

Pater Periya, Pfarrer Ulrich Witte, Pastoralreferentin Caroline Johnen

Waren nur für wenige Monate ein Team: Pater Periya Madalaimuthu, Pfarrer Ulrich Witte und Pastoralreferentin Caroline Johnen. © Privat

Wie meistern Sie die viele Mehrarbeit?

Wenn ich nun aktuell meine Aufgaben und meinen Dienst in der Pfarrei anschaue, treten die beiden Kirchengremien Kirchenvorstand und Pfarreirat in meine Gedanken. Aus beiden Gremien bekomme ich große Unterstützung. Auch die Beschäftigten der Kirche unterstützen mich, wo sie können. Es ist eine gute Team-Arbeit und ich denke, wir haben uns nach den zur Verfügung stehenden Möglichkeiten gut organisiert.

Mussten Sie bereits Termine absagen?

Bisher mussten keine Termine abgesagt werden. Ich werde versuchen, mithilfe der unterstützenden Priester und der ehrenamtlich in unserer Gemeinde tätigen Menschen alles soweit aufrecht zu erhalten und fortzuführen, wie es vorgesehen war.

Was wünschen Sie sich für die kommenden Monate für die Gemeinde?

Ich wünsche mir, dass die Pfarrgemeinde in dieser Ausnahmesituation fester zusammenwächst und eigene Interessen zugunsten der Gemeinde zurückgestellt werden. Unser Glaube lehrt uns, dass wir in allen Situationen des Lebens Gott vertrauen können und müssen und das Leben in der christlichen Hoffnung und im Glauben so annehmen, wie es ist.

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