Prinz Paule lud zum urkomischen Inselabend nach Grafenwald

rnSommernacht in Bier(s)garten

60 Gäste auf zehn Inseln - allein das machte „Paules Sommernacht in Bier(s)garten“ besonders. Doch das satirisch-musikalische Programm war auch sehr speziell.

von Maria Dehling

Dorsten

, 09.08.2020, 15:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Tausend Quadratmeter Garten, zehn Urlaubsinseln von Lummerland bis Baltrum oder Rhodos in einem wunderschönen Ambiente - eine Idee, zu der auch Corona beigetragen hat. „Die Wölle Stowe gibt´s nicht mehr, das Engelseck ist einfach zu klein – uns brannte es unter den Nägeln, endlich wieder was auf die Beine zu stellen. Für viele gab es in diesem Jahr keinen Urlaub, also auch kein Inselleben,“ erklärten Berthold van Oepen und Dirk Bier.

Und so entstand an der Fernewaldstraße 408 in Grafenwald „Paules Sommernacht in Bier(s)garten“. Das Konzept wurde mit der Stadt Bottrop abgestimmt. 60 Gäste waren erlaubt, die Plätze schnell vergeben. Vier Wochen dauerten die intensiven Vorbereitungen. Jede Gruppe sollte sich für einen Abend eine Insel auswählen und sich mit inseltypischen Speisen selbst verwöhnen. Auch das funktionierte.

Die Inselgäste hatten an alles gedacht

Schon gegen 18 Uhr besetzten am Freitagabend die ersten Gruppen mit Rädern und Ziehkarren, mit Picknickkörben, Decken und eigenem Dekomaterial den „Bier(s)garten“ und zauberten sich ihre Insel zurecht. Für Getränke sorgten die Jungs vom Kegelclub „Volle Pulle“. Für die Deko zeichneten Claudia van Oepen und Regina Bier verantwortlich. Sie waren mit Recht stolz auf ihr Werk. Das „Wow“ der Zuschauer war vermutlich der schönste Dank für die zwei.

Bei satten 33 Grad konnte selbst Prinz Paule seinen Herrschermantel nur wenige Minuten tragen, dann pfefferte er ihn sichtlich erleichtert auf den Liegestuhl.

Bei satten 33 Grad konnte selbst Prinz Paule seinen Herrschermantel nur wenige Minuten tragen, dann pfefferte er ihn sichtlich erleichtert auf den Liegestuhl. © Maria Dehling

Drei Stunden satirisch-musikalisches Bühnenprogramm gab´s am Freitag- und Samstagabend an der Fernewaldstraße 408. Jeweils kurz vor 19 Uhr betrat Prinz Paul von Brodnenschewski in seinem schweren Herrschermantel die Bühne - und das bei sage und schreibe 33 Grad. „Korsika ist voll, Baltrum bastelt noch, im Backstage-Bereich steht alles. „Bier(s)garten“ – das Rätsel hat jetzt auch der Letzte von Euch gelöst, oder?“, begrüßte der Prinz im besten polnischen Dialekt sein Volk und stellt das Bühnenprogramm vor.

Comedy und bissige Satire

Er selbst unterhielt das Publikum mit feinster Comedy und bissiger Satire. Erzählungen von seinem Bonanza-Rad und dem feuchten Badetuch mit einem Mix aus Tritop oder seiner Kommunionskamera am Baggerloch ließen kein Auge trocken. Nicht zu vergessen: die Geschichte mit der Buchstabensuppennudel und der Sollbruchstelle.

Die Band „Bahnbrechender Scheiß“ mit neu verpflichteter Sängerin Lea van Oepen.

Die Band „Bahnbrechender Scheiß“ mit neu verpflichteter Sängerin Lea van Oepen. © Maria Dehling

Das Song-Quartett mit Prinz Paule und Gemahlin Claudia sowie dem Gastgeber-Ehepaar Regina und Dirk Bier wusste gleichfalls zu begeistern. Lieder wie „Nacket am Baggerloch“ oder „Du hast den Farbfilm vergessen“ waren Publikumsrenner. Doch da war noch mehr:

  • das junge Sing-Songwriter-Trio „Mintgrün“ mit Tochter Eva van Oepen (Leadgesang und Gitarre), Konrad Moschner (Posaune und Percussion) und Johannes Hoppe (Klavier und Gitarre) - allesamt Studenten der Kölner Szene. Das Trio schreibt die Texte selbst. Inhaltlich sehr stark, handeln sie vom Leben miteinander und auch vom Nebeneinander.
  • die Kirchhellener Punk-Rockband „Bahnbrechender Scheiß“ mit den bekannten Gesichtern Olli Grimm, Thomas Drecker, Andre Wilms, Martin Stappert und der neu verpflichteten Sängerin Lea van Oepen. Alle Texte stammen natürlich aus eigener Feder.
  • der Fan der irischen Balladen, Dirk Bier, mit der markanten Stimme und bekannten irischen Liedern, die zum Mitsummen verleiteten – von schnulzig bis peppig war alles dabei.

Und immer wieder grätschte Prinz Paule mit seinen Sprüchen dazwischen. Nahezu verwundert wirkte er, als Thomas Drecker und Olli Grimm das Quartett instrumental unterstützten: „Wat son Knüppeljunge mit so komischen Stöcken so ausmacht.“

Der kurzweilige Inselabend war rundherum bestens und sicher organisiert, charmant dargeboten und liebevoll ausgestaltet. Der Weg ins „tiefe Wold“ hat sich gelohnt, es gab nur zufriedene Gesichter und „Spaß in den Backen“.

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