Scheunenbrand war nur eine Übung

Ortswehren wurden überrascht

Dichter Rauch stieg am Samstagnachmittag aus der Scheune auf dem Hof Große-Holtfort auf. Ein Trupp der Freiwilligen Feuerwehr Grafenwald war nur wenige Minuten nach der Alarmierung vor Ort, um die vier vermissten Menschen zu retten und den Brand zu löschen. Zum Glück nur eine Übung.

Kirchhellen

, 24.10.2016, 16:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Scheunenbrand war nur eine Übung

Bei der Herbstabschlussübung der Kirchhellner Ortswehren probten die Feuerwehrmänner den Ernstfall.

Genauer gesagt: die Herbstabschluss-Übung der Kirchhellener Ortswehren. „Das ist heute nur eine Übung, in der wir zusammen mit den Feuerwehrmännern aus Feldhausen und Kirchhellen einen Großeinsatz üben“, erklärte Magnus Thesing, der für die Pressearbeit der Feuerwehr Grafenwald zuständig ist. Mehrmals im Jahr üben die Feuerwehrmänner verschiedene Einsätze, um im Ernstfall gut vorbereitet zu sein: „Aus der Praxis lernt man am besten.“Wer am Samstag nicht wusste, dass es sich um eine Übung handelte, wäre ganz schön geschockt gewesen. Denn das Szenario sah für jeden Außenstehenden echt aus. „Bei unseren Übungen werden nur selten echte Brände gelegt. Wir arbeiten mit Nebelmaschinen, die zwar ungefährlichen, aber genauso dichten Rauch erzeugen können“, erklärte Thesing. Die Bedingungen, unter denen die Feuerwehrmänner am Samstag arbeiteten, sollten so echt wie möglich sein.

Erster Überblick

Nachdem die ersten Schläuche ausgerollt waren, ging der erste Suchtrupp nach etwa zehn Minuten ins Gebäude. Schließlich rückten die Grafenwälder mit einem Löschfahrzeug aus, dass einem Wassertank von 2400 Litern ausgestattet ist: „Das reicht aber gerade mal für die ersten Minuten“, erklärte Kim Heimann, Leiter der Feuerwehr Bottrop, der als Einsatzbeobachter mit dabei war. Nachdem Einsatzleiter Johannes Lanfermann einen ersten Überblick über das Szenario hatte, alarmierte er die Kollegen aus Feldhausen und Kirchhellen. Um den Brand zu löschen, mussten die Feuerwehrmänner nämlich eine Wasserversorgung über zwei Hydranten herstellen: „Das ist bei so abgelegenen Höfen oft schwierig, weil die nächsten Hydranten oft hunderte Meter entfernt sind.“

Katrastrophenschutzfahrzeug in der Werkstatt

Die Wasserversorgung über lange Wegestrecken stellte sich während des Einsatzes tatsächlich als Problem heraus. Eigentlich sollten die Feldhausener mit ihrem neuen Katastrophenschutzfahrzeug ausrücken, dass bis zu 2000 Meter Schlauch auf dem Wagen hat. Das Fahrzeug musste aber am Mittwoch in die Werkstatt: „Wäre das ein echter Einsatz gewesen, dann hätte es das gleiche Problem gegeben. Die Übungen sind eben genau dafür gut. So lernt man unter einsatzähnlichen Bedingung, woran noch gearbeitet werden muss“, sagte Kim Heimann. Als Einsatzbeobachter fielen ihm noch weitere Fehler auf, die er in der Manöverkritik nach dem etwa anderthalstündigen Einsatz weitergab. „Grundsätzlich liefen die Standards alle sehr gut und flüssig, an ein paar Sachen müssen die Gruppen noch feilen. Es gibt aber auch Fehler, die entstehen aus der Übungssituation“, erklärte Heimann. Denn einen Vermissten hatten die Feuerwehrmänner nach vierzig Minuten immer noch nicht gefunden. „Einer der Dummies liegt in einem Raum, der mit einer Kette zugeschlossen wurde. Im Normalfall machen wir alle Räume auf. Durch die Übungssituation wussten die Kollegen im Gebäude aber wohl nicht, ob das zur Aufgabe gehört oder ob der Bereich vom Besitzer des Hofes abgesperrt wurde“, sagte Heimann.

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