Schmickler ließ ordentlich Dampf ab

Kabarett-Abend

KIRCHHELLEN Dampf ablassen – das ist Wilfried Schmicklers Lieblingssport. Am Donnerstagabend war der bissige Kabarettist im Brauhaus zu Gast.

von Von Berthold Fehmer

, 26.03.2010, 13:59 Uhr / Lesedauer: 1 min
Verbale Spitzen feuerte der Kabarett-Profi in Kirchhellen ab.

Verbale Spitzen feuerte der Kabarett-Profi in Kirchhellen ab.

„Es war nicht alles schlecht“, so lautet der Titel seines Best-of-Programms aus den vergangenen 30 Jahren. „Das meiste war noch viel schlechter“, singt Schmickler im Tango-Takt. Wobei: Vor 30 Jahren gab es noch die D-Mark. Schmickler: „Da konnte man zu zweit von ins Kino gehen, sich rappelvoll laufen lassen und hat den Rest für die Rente weggelegt.“ Vor 30 Jahren hätten „Gu-i-do“ Westerwelle oder Ronald Pofalla noch in der „Frustrierten-Ecke“ auf dem Schulhof gestanden. „Wenn wir geahnt hätten, welche Wirkung das auf ihre Psyche hatte, hätten wir sie mitspielen lassen.“

Die Bankenkrise war natürlich ebenfalls Thema. Kurz zuvor hätte sein Anlageberater („Nennen wir ihn mal Hans Wurst“) noch riskante Geschäfte vorgeschlagen. „Ich war so hypnotisiert, dass ich fast unterschrieben hätte. Wenn der Typ nicht so scheiße ausgesehen hätte.“ Seit der Krise lasse er sich jeden Morgen in seiner Bank sein Geld in bar zeigen. „In ganz kleinen Scheinen.“ Manchmal wird Schmickler jedoch auch ernst. Wenn er etwa nervenstarke Mitarbeiterinnen von Kindergärten lobt: „Ihr seid die wahren Trümmerfrauen der Gegenwart.“ Oder zur Rente mit 67 die These aufstellt, dass sie nur eingeführt wurde nach dem Grundsatz: „Wer länger arbeitet, stirbt auch früher.“ Sein eigenes Motto setzte Schmickler auf jeden Fall brillant um: „Völlig unreflektiert und blind auf alles einschlagen ist o.k.. Aber es muss die Richtigen treffen.“

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