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Schützenkönigspaar erinnert sich an tolle Momente

Rückblick auf die Amtszeit

Drei Jahre lang waren sie das Kirchhellener Schützenkönigspaar. Nur noch zwei Tage – dann ist diese Zeit vorbei. Johannes Miermann II. und Hildegard I. Heisterkamp blicken mit Redakteurin Jennifer Riediger zurück auf diese Zeit, erinnern sich an schöne Momente und schauen darauf, was bleibt.

KIRCHHELLEN

, 01.09.2017 / Lesedauer: 4 min
Schützenkönigspaar erinnert sich an tolle Momente

Johannes Miermann und Hildegard Heisterkamp waren sichtlich gerührt, als sie am 8. September 2014 das neue Königspaar der Allgemeinen Bürger-Schützengesellschaft Kirchhellen wurden.

Wollten Sie schon immer König werden? Miermann (lacht): Nein, das wollte ich eigentlich nie werden. Ich war 21 Jahre lang Oberst und habe dieses Amt wirklich gerne ausgeführt.

Aber dann? Dann hat es mich irgendwann gepackt und ich wollte auch mal auf dieser Königskette verewigt werden. Mein Großonkel war von 1936 bis 1952 König, von ihm habe ich auch meinen Betrieb. Und da dachte ich es, es sei schön, diese Tradition fortzusetzen. Vor sechs Jahren ging es aber noch nicht, weil ich da betrieblich noch sehr eingebunden war. Jetzt ist ja unser Sohn mit im Betrieb und dadurch ist vieles einfacher geworden – und ich konnte mich vor drei Jahren als Königsanwärter melden.

Erinnern Sie sich noch an den Tag, an dem Sie König wurden? Miermann: So etwas vergisst man nicht. Ich war durch meine jahrelange Tätigkeit als Oberst schon oft beim Königsschuss vorne dabei und wusste, welche Emotionen da an der Stange hochkommen. Und ich wusste dadurch auch, wo ich hinschießen muss. Das hat natürlich geholfen. Ich wusste auch sehr genau, was nach dem Königsschuss auf mich zukommt. Aber die Nervosität macht das nicht kleiner.

Welcher Moment ist Ihnen besonders in Erinnerung? Miermann: Wenn man ins Zelt getragen wird und Tausende Menschen einem zujubeln. Das ist so unglaublich. Sehr bewegend.

Wie haben Sie Ihre Königin gefunden? Miermann: Ich habe etwa ein Jahr vorher geschaut, wer aus unserem Freundeskreis eine gewisse Bereitschaft für dieses Amt hat. Es ist ja auch nicht jedermanns Sache, so in der Öffentlichkeit zu stehen. Und dann habe ich Hildegard gefragt, ob sie es machen würde.

Heisterkamp: Natürlich habe ich darüber einmal nachgedacht und es auch mit meinem Mann besprochen, so wie Johannes auch mit seiner Frau. Da müssen schon beide Partner hinterstehen. Denn wir sind meistens zu viert aufgetreten, waren alle gemeinsam bei Veranstaltungen unterwegs.

Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie dann als Königin ausgerufen wurden? Heisterkamp: Das ist schon ein sehr besonderer Moment, das gibt Gänsehaut. Für viele war es eine Überraschung. Sie hatten mich als Königin nicht auf dem Schirm, da bin ich mir sicher.

Verändert sich das Leben im Dorf dadurch? Heisterkamp: Man wird schon anders wahrgenommen, aber auf eine freundliche Art. Viele Kirchhellener freuen sich einfach mit. Manchmal höre ich Kinder hinter mir flüstern: „Das ist die Königin“ und ein netter Schütze ruft immer über die Straße „Guten Morgen, meine Königin.“ (lacht)

Was waren für Sie die Höhepunkte Ihrer Amtszeit? Heisterkamp: Wir hatten ein paar schöne Feiern mit den Brezelanern, zum Beispiel waren wir mit ihnen in Speyer. Und ich war mit dem Vorstand der Schützengesellschaft und den Frauen in Ostenfelde, dort bin ich geboren. Das war sehr schön. Und auch die Ausmärsche in Grafenwald waren toll. Zum Abschluss ist der Umzug durchs Dorf ein Höhepunkt. So viele Menschen laufen die Strecke ab, jubeln einem zu und haben alle einfach Spaß. Miermann: Nach dem Umzug und der Parade ist der Einzug ins Zelt ein großer Moment. Alle klopfen mit ihren Gewehren und man läuft durch so viele Schützen hindurch.

Woher kommt hier in Kirchhellen diese große Unterstützung für die Schützen und ihr Fest? Miermann: Zum einen haben wir im Vorstand immer sehr viel Wert auf die Jugend und den Nachwuchs gelegt. Es ist schon beeindruckend, wie viele dabei sein wollen, wir haben gar keine Nachwuchssorgen. Und wir sind wirklich bürgernah. Vor allem bei den vier Übungen. Jetzt beim Fest sind wir ja mehr an den Thron gebunden, aber bei den vier Übungen waren wir mittendrin. Das macht es aus. Wir hatten viele nette Gespräche mit Menschen, die wir vorher nur vom Sehen kannten.

Können Sie denn nach der Zeit als König wieder Oberst werden? Miermann: Nein, wer einmal König war, scheidet aus. Das ist vielleicht auch so ein Punkt, warum das Schützenfest so eine Akzeptanz in der Bevölkerung hat: Ich mache den Weg frei für ein neues Vorstandsmitglied. So verfällt man nicht in alte Gewohnheiten, sondern verändert sich immer wieder.

Was bleibt nach den drei Jahren? Heisterkamp: Der Kontakt mit den anderen ehemaligen Königinnen und Königen. Wir haben Stammtischrunden, wo sich die Lieblichkeiten und die Könige alle zwei Monate treffen. Und wir sind natürlich weiter beim jährlichen Grünkohlessen dabei. Man verschwindet nicht ganz.

Haben Sie einen Tipp fürs nächste Königspaar? Miermann: Wir sind so geblieben, wie wir sind. Das ist vielleicht der einzige Tipp: So bleiben, wie man ist.