Skateanlage geht wieder an den Start - Stadt setzt auf ein neues Konzept

rnSkateanlage Kirchhellen

Nach fast anderthalb Jahren soll die Skateanlage in Kirchhellen wieder geöffnet werden. Ein neues Konzept soll Jugendliche mit in die Verantwortung nehmen.

Kirchhellen

, 07.03.2020, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch sieht die Skateanlage hinter dem Kunstrasenplatz des VfB Kirchhellen nicht besonders einladend aus. Seit fast anderthalb Jahren ist die Miniramp (eine kleine Halfpipe) abgesperrt. Die Auflagen sind kaputt und auch die Dämmung darunter ist beschädigt. Jetzt kommt Bewegung in den Stillstand.

Im September des vergangenen Jahres hatte die Kirchhellener Bezirksvertretung 4000 Euro aus bezirklichen Mitteln für Reparatur und Renovierung der Anlage genehmnigt. 5000 Euro kommen vom Verein Philipp Neri. Jetzt kann Guido Fockenberg vom Fachbereich Umwelt und Grün vermelden: „Die Renovierung ist in der Umsetzung. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Anlage den Skatern wieder zur Verfügung stehen wird.“

Höherer Zaun soll vor Vandalismus schützen

Das notwendige Material liege schon bei der zuständigen Firma bereit. Momentan warte man jedoch noch auf ein paar warme Tage in Folge. „Das Dämmmaterial ist gebogen und könnte bei Kälte brechen, das wollen wir natürlich nicht“, erklärt Fockenberg. Einige kleinere Arbeiten an der Skateanlage habe man bereits erledigt. So sei beispielsweise der Zaun im Norden des Grundstücks ausgetauscht und erhöht werden. „Drüber kommt man jetzt nur noch, wenn man ihn mutwillig zerstört“, so Fockenberg.

Skateanlage Kirchhellen Eingangsschild

Noch ist die Skateanlage in Kirchhellen nicht nutzbar, das soll sich aber bald ändern. © Manuela Hollstegge

Im Sommer 2018 hatten Unbekannte Metallplatten von der Miniramp gestohlen. Um die Anlage wieder zu einem Treffpunkt für Jugendliche zu machen, die sich dann auch für den Ort verantwortlich fühlen, setzt die Stadt auf sogenannte aufsuchende Jugendarbeit. Der Bottroper Jugendhilfeausschuss stellte 2019 rund 19.000 Euro für die sozialpädagogische Begleitung der Anlage in Aussicht. Dafür soll mit dem Jugend-Kloster eine Vereinbarung getroffen werden, über die der Jugendhilfeausschuss in seiner Sitzung am Dienstag (10. März) entscheidet.

Wettbewerbe und Skate-Schule auf der Anlage

Die 19.000 Euro der Stadt werden innerhalb von 24 Monaten in drei Schritten ausgezahlt. Dafür stellt das Jugend-Kloster geeignetes Personal zur Verfügung, das 16 bis 20 Stunden in der Woche die Jugendlichen auf und rund um die Skateanlage begleitet. Wie Hildegard Kückelmann, Ökonomin am Jugend-Kloster, erklärt, wird diese Aufgabe Laura Scheier übernehmen. Die Kirchhellenerin studiert Soziale Arbeit in Münster und ist seit Oktober des vergangenen Jahres für die aufsuchende Jugendarbeit im Ort zuständig.

„Sie ist Studentin und geht abends durch das Dorf - unter anderem auch zur Skateanlage - und spricht mit den Jugendlichen. Eine Gruppe trifft sich sogar regelmäßig am Kloster“, so Kückelmann. Für die Stadt sei die Einstellung einer Streetworkerin in Kirchhellen Voraussetzung für den Neustart der Skateanlage gewesen.

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Der Ökonomin Laura Scheier ist es wichtig, dass sowohl an der Skateanlage als auch an anderen Treffpunkten im Ort keine Angebote gemacht werden. „Wir unterstützen lediglich Ideen, die von den Jugendlichen kommen.“ Dabei wird das Jugend-Kloster mit den örtlichen Trägern der Kinder- und Jugendarbeit sowie dem Netzwerk „Offene Kinder- und Jugendarbeit“ und dem neuen Jugendhaus eng zusammenarbeiten. Nach zwei Jahren soll ein Fazit gezogen und entschieden werden, wie es mit dem Projekt „Skateanlage“ weiter geht.

Laura Scheier Jugend-Kloster

Laura Scheier (r.) vom Jugend-Kloster kümmert sich seit Oktober um die aufsuchende Jugendarbeit. Das Bild zeigt sie beim Hula-Hoop-Spielen beim Kulturabend des Klosters im Juli 2019. © Julia Stefan (A)

Vandalismus an der Anlage verhindern - dafür ist das Jugend-Kloster nicht verantwortlich. „Wir haben der Stadt ganz klar gesagt, dass, wenn sie die Sicherheit der Anlage gewährleisten möchte, sie einen Security-Dienst engagieren muss“, so Hildegard Kückelmann. Dem Kloster sei eher der Kontakt zu den Jugendlichen wichtig. Ihnen soll gezeigt werden, dass auf sie geachtet wird, und dass sie mitverantwortlich dafür sind, was in Kirchhellen passiert.

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