So bereiten sich jetzt Abiturienten auf die Prüfungen vor

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74 Schüler aus Kirchhellen wollen nach den Osterferien ihr Abitur am Vestischen Gymnasium machen. Doch durch die Corona bedingten Schulschließungen findet der Unterricht zu Hause statt.

Kirchhellen

, 19.03.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anstatt morgens im Unterricht zu büffeln, bleiben momentan deutschlandweit Schüler zu Hause. Die NRW-Regierung hatte veranlasst, dass aufgrund des Coronavirus die Schulen seit Montag geschlossen bleiben. Für manche Schüler ist der Unterrichtsausfall nicht weiter tragisch. Doch den Abiturienten in NRW fehlen drei Wochen, in denen sie von den Lehrern auf die anstehenden Prüfungen vorbereitet werden sollten.

„Das war ein Schock für mich“

Eine davon ist die 18-jährige Julia Sut aus Kirchhellen. „Ich hatte schon eine Vorahnung, dass die Schulen demnächst schließen werden, aber natürlich war es ein Schock für mich“, berichtet die Schülerin „Das Traurige ist, dass wir uns nicht richtig voneinander verabschieden konnten, da die Entscheidung nun mal so spontan gefallen ist.“

In den meisten Fächern sei der Unterrichtstoff mittlerweile durch und in den letzten drei Schulwochen standen vor allem Wiederholungen auf dem Lehrplan. Die 17-jährige Katharina Schrörs hat die Leistungskurse Mathe und Biologie. „Da fühle ich mich gut vorbereitet“, so die Schülerin. „Drei Wochen Schule wären noch gut zur Vorbereitung gewesen, aber wir kommen auch so ganz gut zurecht.“

Schuleigene Online-Plattform

Doch drei Wochen eher schulfrei heißt nicht, dass die Schüler nun faulenzen. Im Gegenteil. Die Lehrer des Vestischen Gymnasiums erstellen zurzeit Materialien für ihre Lerngruppen. „Diese stellen wir über eine schuleigene Online-Plattform den Schülern zur Verfügung. Das sind vor allem Materialien zum Wiederholen und Üben, zur Erarbeitung von Referaten oder zur Arbeit an Lernportfolios“, berichtet der kommissarische Schulleiter Guido von Saint-George. Die Lehrer arbeiten im Home Office und stünden im engen Kontakt mit den Schülern.

Guido von Saint-George ist stellvertretender Schulleiter des Vestischen Gymnasiums.

Guido von Saint-George ist stellvertretender Schulleiter des Vestischen Gymnasiums. © Manuela Hollstegge

„Meine LK-Lehrer haben beide meine Kurse per WhatsApp, E-Mail oder unserer Schulseite ‚Moodle‘ mit Materialen für die nächsten Wochen versorgt“, erzählt Julia Sut. „Sie bemühen sich sehr, jederzeit für Fragen da zu sein und mit uns zu kommunizieren“, ergänzt Katharina Schrörs. Und die angehende Abiturientin Annika Walsch fügt hinzu: „Trotzdem ist es natürlich etwas anderes, mit dem Lehrer persönlich Fragen oder Schwierigkeiten zu besprechen als jetzt per E-Mail.“ Besonders das eigenständige Arbeiten sei jetzt gefragt. Lernen muss jeder für sich.

Ob die Schüler die Mottowoche nachholen dürfen, ist unklar

Besonders hart trifft die Schüler der Ausfall der Mottowoche. In den Tagen vor den Osterferien wollten es die Abiturienten nochmal so richtig krachen lassen. Nun war der letzte Schultag bereits sehr spontan und überraschend. „Ob wir die Mottowoche nachholen dürfen, steht bis jetzt noch nicht fest“, sagt Annika Walsch.

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Verständnis für die Maßnahmen

Trotz aller Umstände zeigen die Schüler Verständnis für die drastischen Maßnahmen. „Für uns ist es natürlich sehr schade, dass ausgerechnet unsere Abizeit jetzt so eingeschränkt wird und unsere Schulzeit so ein Ende finden musste“, sagt Annika Walsch. „Man muss allerdings auch die Opfer, die wir bringen müssen, in Relation mit den Folgen sehen, die sonst passieren könnten.“ Und Julia Sut findet: „Die aktuellen Maßnahmen kann ich akzeptieren, aber es fällt mir sehr schwer, soziale Kontakte zu meiden, wo wir doch jetzt eigentlich auch Ferien haben und endlich wieder gutes Wetter.“

Guido von Saint-George hält den Beschluss der NRW-Regierung für richtig. „Ich halte es für konsequent, dass die Landesregierung klare Vorgaben erlassen hat und den Unterricht ruhen lässt. Nur wenn wir alle besonnen handeln, lässt sich die Pandemie eindämmen. Meine Gedanken sind in diesen Tagen vor allem bei den Familien, die bei der Betreuung ihrer Kinder vor großen Herausforderungen stehen.“

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