Stadt zieht Notbremse bei Osterfeuern

Neue Regelungen

Im Vergleich mit anderen NRW-Städten sind die Zahlen der gemeldeten Osterfeuer in Bottrop in den vergangenen Jahren nahezu explodiert. Jetzt zieht die Stadt mit einer neuen Verordnung die Notbremse.

Kirchhellen

, 19.01.2017, 16:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
In Bottrop wurden die Auflagen für Osterfeuer verschärft.

In Bottrop wurden die Auflagen für Osterfeuer verschärft.

Waren es im Jahr 2003 noch 132 Anmeldungen, verzeichnete die Stadt Bottrop im vergangenen Jahr insgesamt 317 Osterfeuer. Zum Vergleich: In Dorsten waren es 2016 80 Anmeldungen, in Marl 40 und in Dortmund (immerhin 586 000 Einwohner) nur 30.

Problemlos ging diese Steigerung den Angaben des Bottroper Fachbereichs Umwelt und Grün nach nicht über die Bühne: Vor allem nach den Osterfeuern im vergangenen Jahr habe es Bürgerbeschwerden aufgrund der Rauch- und Geruchsbelästigung gegeben. So beschreibt es der Fachbereich in einer Beschlussvorlage, über die am Dienstag (24. Januar) in der Sitzung der Bezirksvertretung Kirchhellen diskutiert wird.

Andere Grundlage

Anlass zur Diskussion ist eine neue Verordnung „über die Durchführung von Brauchtumsfeuern“ der Stadt Bottrop. Bislang seien, so der Fachbereich, die Regelungen „relativ großzügig“ gehandhabt worden. Grundlage dafür war bisher die „ordnungsbehördliche Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Gebiet der Stadt Bottrop“.

Darin war beispielsweise geregelt, was verbrannt werden durfte und dass eine Aufsichtsperson das Feuer die ganze Zeit über beaufsichtigen musste. Das Osterfeuer musste bei der Stadt angemeldet werden und durfte dann sieben Tage vor und sieben Tage nach dem Festdatum angezündet werden. Zur Reduzierung von Immissionsbelastungen und zum Schutz vor Gefahren hält es der Fachbereich Grün nun jedoch für notwendig, eine eigenständige Brauchtumsfeuer-Verordnung zu erlassen. Ziel sei es „die Anzahl der Feuer insgesamt zu reduzieren und auf wirkliche Brauchtumsfeuer zu beschränken“.

Traditionsveranstaltungen bleiben

Vor allem Einzelfeuer auf Privatgrundstücken sollen eingedämmt werden. Traditionsveranstaltungen von Vereinen und Gemeinschaften sind nicht in Gefahr. So dürfen sowohl die Landjugend Kirchhellen am Ostersonntag (16. April; 18 Uhr) auf dem Hof Wortmann als auch die Kolpingsfamilie Kirchhellen am gleichen Tag (19.30 Uhr) an der Pfarrkirche St. Johannes ihre Osterfeuer entzünden. Sollte der Rat am 14. März (Dienstag) die neue Verordnung abnicken, dürfen Osterfeuer in Bottrop nur noch von Karfreitag bis Ostermontag jeweils zwischen 17 und 22 Uhr stattfinden. Bei starkem Wind sind sie verboten. Sie müssen spätestens sieben Tage vorher von Vereinen, Organisationen oder Glaubensgemeinschaften der Stadt angemeldet werden.

Die Feuerstelle darf maximal einen Durchmesser von 6 Metern haben, das geschichtete Brennmaterial nicht höher als 3,50 Meter sein. Zum Flugplatz „Schwarze Heide“ muss ein Abstand von mindestens 1,5 Kilometern eingehalten werden – andernfalls wird eine Einwilligung der Luftaufsicht benötigt. Wer gegen die Auflagen verstößt, dem drohen empfindliche Geldbußen von bis zu 5000 Euro. 

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