Stolpersteine und Klima-Aktionstag - Jugendparlament hat viel vor

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Im September trifft sich das Jugendparlament zu seiner ersten richtigen Sitzung und fällt erste Entscheidungen. Der Antrag eines Kirchhellener Schülers kommt jedoch nicht so gut an.

Kirchhellen, Bottrop

, 25.08.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Juni hatte das Bottroper Jugendparlament, in das auch sechs Kirchhellener Schüler gewählt wurden, mit seiner konstituierenden Sitzung seine Arbeit aufgenommen. Während dort vor allem Organisatorisches geklärt wurde, stehen bei der ersten richtigen Sitzung am 3. September (17 Uhr, Aula Hauptschule Welheim) die ersten Entscheidungen an.

So werden die Jugendlichen zum Beispiel darüber entscheiden, ob sie sich am Projekt „Stolpersteine“ beteiligen möchten. 1992 ins Leben gerufen von Künstler Gunter Demnig, sollen die 10 mal 10 Zentimeter großen Betonsteine mit Messingplatte an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Sie werden vor den jeweiligen letzten frei gewählten Wohnorten der Opfer im Gehweg verlegt.

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In Bottrop wurden seit September 2015 65 solcher Steine verlegt. Acht weitere sollen im Dezember folgen. Einrichtungen, Vereine, Schulklassen oder Privatpersonen können Patenschaften für die „Stolpersteine“ übernehmen. Eine solche Patenschaft würde das Jugendparlament 120 Euro kosten. Die Jugendlichen könnten aber zusätzlich auch in Kooperation mit dem Stadtarchiv Schicksale der Opfer aufarbeiten oder das Rahmenprogramm bei einer Verlegung mitgestalten.

Bereits in der ersten Sitzung im Juni hatte das Jugendparlament beschlossen, einen Klima-Aktionstag zu organisieren. Zahlreiche Ideen der Jugendlichen sind inzwischen dazu eingegangen. Sie reichen von der Aufstellung von Insektenhotels, über eine Podiumsdiskussion zwischen den Jugendvertretern der Parteien bis hin zum Säubern der Innenstadt.

Viele kleine Aktionen im Stadtgebiet

Die Stadt schlägt vor, aufgrund des Coronavirus keine Tagesveranstaltung, sondern verschiedene kleinere Aktionen im Stadtgebiet durchzuführen. Außerdem weist sie darauf hin, dass der Aktionstag durch Fördermittel aus dem Programm „Partizipation und Demokratie fördern 2019“ des LWL mit 2250 Euro finanziert wird.

Die beiden Sprecher des Jugendparlaments, Max Fockenberg vom Vestischen Gymnasium Kirchhellen und Gwan Suliman von der Willy-Brandt-Gesamtschule, werden außerdem an den regelmäßigen Sitzungen des Stadtjugendrings teilnehmen. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss verschiedener Bottroper Jugendverbände und -vereine.

Arbeitsgruppen sollen eigenes Budget erhalten

Insgesamt hat sich das Jugendparlament in die vier Arbeitsgruppen Öffentlichkeitsarbeit, Umwelt, Schule und Verkehr eingeteilt. In den Sitzungen werden die Gruppen jeweils über den Stand der inhaltlichen Arbeit informieren. Insgesamt verfügt das Jugendparlament über ein Jahresbudget von 5000 Euro, die für Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungskosten, Fahrten bzw. Fortbildungen sowie Projekte und eigene Maßnahmen verwendet werden dürfen.

Der Kirchhellener Schüler Marten Theile engagiert sich im Jugendparlament und hat auch gleich einen ersten Antrag gestellt.

Der Kirchhellener Schüler Marten Theile engagiert sich im Jugendparlament und hat auch gleich einen ersten Antrag gestellt. © privat

Verwaltet wird das Geld von den pädagogischen Mitarbeitern des Fachbereichs Jugend und Schule. Jugendparlamentsmitglied Justus Hüging hat vorgeschlagen, dass jede einzelne Arbeitsgruppe ein eigenes Budget bekommt. Die Verwaltung schlägt vor, das Budget der Gruppen auf jeweils 500 Euro festzulegen.

Antrag kommt bei Stadt nicht so gut an

Ein Antrag des Kirchhellener Schülers Marten Theile, die Mindestanzahl an Sitzungen des Jugendparlaments von vier auf acht zu erhöhen, stößt bei der Verwaltung nicht auf Begeisterung. So bestehe bereits die Möglichkeit, mehr als vier Sitzungen durchzuführen. „Mit einer Erhöhung der Mindestanzahl der Sitzungen von vier auf acht verpflichtet sich das Jugendparlament dazu, auch mindestens acht Sitzungen pro Schuljahr durchzuführen“, so der Fachbereich Jugend und Schule. Zudem finde die inhaltliche Arbeit größtenteils in den Arbeitsgruppen statt und allein das sei für die Jugendlichen bereits „mit einem hohen Zeitaufwand verbunden“.

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