Verkehr: Tiefbauamt überprüft 5000 Knotenpunkte in Bottrop

rnStraßen

Das Bottroper Tiefbauamt wird in den kommenden Jahren 5000 Verkehrsknotenpunkte in ganz Bottrop kontrollieren. Es drohen Parkverbote und die Aufstellung von Sperrpfosten.

Kirchhellen, Bottrop

, 17.09.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Tiefbauamt der Stadt Bottrop hat in den kommenden Jahren ein Mammutprojekt vor der Brust: Rund 5000 sogenannte Verkehrsknotenpunkte müssen in Bottrop überprüft werden. Das hat der Verwaltungsvorstand bereits im April beschlossen, jetzt wird das Thema noch einmal in der Sitzung der Kirchhellener Bezirksvertreter am Montag (21. September) diskutiert.

Hintergrund der Überprüfung ist die Tatsache, dass an solchen Knotenpunkten die Sicht auf den Verkehr möglich sein muss - die Verwaltung spricht von sogenannten Sichtfeldern. Verantwortlich dafür ist der Straßenbaulastträger - im Fall innerörtlicher Straßen also die Stadt. Passiert aufgrund mangelnder Sicht in solchen Bereichen ein Unfall, kann diese zur Verantwortung gezogen werden.

Jetzt lesen

Vorgeschrieben ist, an solchen Knotenpunkten Sichtdreiecke freizuhalten beziehungsweise dafür zu sorgen, dass die Sicht für alle Verkehrsteilnehmer, die von einer untergeordneten in eine übergeordnete Straße einbiegen, ausreichend ist. Wird die Sicht durch wuchernde Pflanzen eingeschränkt, darf die Stadt diese entfernen beziehungsweise beschneiden, auch wenn sie auf einem Privatgrundstück stehen.

Verwaltungspraxis soll sich ändern

Bislang ist die Verwaltung - so geht es aus der Beschlussvorlage hervor - nur dann tätig geworden, wenn es Beschwerden in einem Bereich gab. Das soll sich nun ändern: Die Verwaltung hat das Tiefbauamt beauftragt, im Rahmen der personellen Möglichkeiten alle rund 5000 Verkehrsknotenpunkte in Bottrop in den nächsten Jahren sukzessiv zu überprüfen. Um andere Planungsaufgaben des Tiefbauamtes nicht zu verzögern, wurde für vier Jahre eine halbe Stelle (Techniker) eingerichtet.

Der Fachbereich geht laut Beschlussvorlage davon aus, „dass in vielen Straßen im Stadtgebiet die Sichtfelder nicht freigehalten werden, zumal der Parkdruck in den letzten Jahren erheblich zugenommen hat und jede erdenkliche Freifläche zum Parken genutzt wird.“ Aktuelle Luftbilder sollen zur Überprüfung genutzt werden. Ortsbegehungen folgen nur, wenn Details dort nicht erkennbar sind.

Reicht die Sicht aufgrund parkender Autos nicht aus, können Sperrfosten oder Poller aufgestellt oder ein absolutes Halteverbot eingerichtet werden. Bei aktuellen Straßenbauprogrammen sowie der Einrichtung von Tempo-30-Zonen oder Fahrradstraßen sollen die neuen Vorgaben direkt eingeplant werden.

Lesen Sie jetzt