Tonnenschwere Seilscheiben sollen an Zeiten des Bergbaus erinnern

Bergbau

Auf dem ehemaligen Kirchhellener Zechenparkplatz an Schacht 10 am „Alten Postweg“ soll ein Seilscheibenpark entstehen. Jetzt wurden die ersten Scheiben für den Transport vorbereitet.

Kirchhellen

von Valerie Misz

, 12.07.2021, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die ersten Seilscheiben für den Park wurden mit Unterstützung der Spedition Timmerhaus bereits an Schacht Hünxe verladen.

Die ersten Seilscheiben für den Park wurden mit Unterstützung der Spedition Timmerhaus bereits an Schacht Hünxe verladen. © Valerie Misz

Der Verein „Seilscheibenpark“ setzt sich für den Erhalt der Bergbaukultur in Kirchhellen ein. Dazu wurden Pläne entwickelt, auf dem RAG-Parkplatz am „Alten Postweg“ einen Seilscheibenpark zu bauen.

Die eine Hälfte des Parkplatzes, ein 7400 Quadratmeter großes Grundstück, ist bereits in den Privatbesitz des Vereins übergegangen. Die andere Hälfte wird im Laufe der nächsten Jahre aufgeforstet. Die RAG spendet die Seilscheiben plus Förderseile stillgelegter Fördertürme aus Kirchhellen, Grafenwald, Fuhlenbrock und Hünxe.

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Insgesamt sollen elf Seilscheiben auf angefertigten Stahlträgern den Streckenverlauf der sechsten Sohle aller Prosper-Standorte nachzeichnen. „Aus der Luft wird man das Wegenetz erkennen. Der Park soll zum Ankerpunkt der Kirchheller Heide werden“, erzählt Sebastian Stern, Vorsitzender des Vereins Seilscheibenpark. Die Anträge für die Baugenehmigungen werden aktuell noch detailliert geplant.

Für die Umsetzung fragt der Verein nicht direkt nach Spendengeldern, sondern nach Sach- und Dienstleistungen. Ganze 30 Mitglieder setzen sich aktiv für den Bau ein. Insgesamt sind über 120 Gönner und Unterstützer an dem Projekt beteiligt.

Der Vorsitzende des Vereins Seilscheibenpark, Sebastian Stern, erfährt viel Unterstützung in seinem Umfeld. Sein Sohn Yonah begleitet ihn oft.

Der Vorsitzende des Vereins Seilscheibenpark, Sebastian Stern, erfährt viel Unterstützung in seinem Umfeld. Sein Sohn Yonah begleitet ihn oft. © Valerie Misz

Der Transport der ersten drei Seilscheiben wurde nun mit der Unterstützung der Oberhausener Spedition Timmerhaus in die Wege geleitet. Insgesamt sechs Teile mit einem Gewicht von jeweils etwa acht Tonnen wurden an Schacht Hünxe aufgeladen. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag (8./9. Juli) wurden diese dann per Schwertransport nach Kirchhellen gebracht.

Die ersten Stahlträger sind in Kirchhellen eingetroffen

„Es geht voran, das freut uns wirklich sehr“, sagt Stern. „Der Bau dieses Parks ist ein Langzeitprojekt. Wir können noch nicht absehen, wann die anderen Fördertürme geräumt und die Seilscheiben freigegeben werden. Dabei reden wir von einem Zeitraum von vier bis fünf Jahren. Wir werden die Zeit nutzen und mit dem Bau der Träger beginnen, damit wir auf den Tag X vorbereitet sind.“ Die ersten Stahlträger sind bereits auf dem Gelände eingetroffen. Gesponsert wurden sie von der Kohlewäsche Bottrop. Ziel des Vereins Seilscheibenpark ist, dass die ersten Seilscheiben bis Ende dieses Jahres stehen.

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Dem Kirchhellener Sebastian Stern ist es ein persönliches Anliegen, die Erinnerung an den Bergbau zu erhalten. „Die Kohle liegt uns hier im Blut. Wenn die Fördertürme alle weg sind, bleibt nichts mehr, was an den Bergbau in Kirchhellen erinnert“, bedauert Stern. Auch wenn die Gesamtfertigstellung des Parks noch weit in der Zukunft liegt, könnte er zumindest in kleinen Teilen im nächsten Jahr schon begehbar sein.

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