In diesem Jahr kann der üppige Früchteteppich bis zum 10. Oktober tagsüber in der Johannes-Kirche bestaunt werden. Die penible Detailarbeit der Landfrauen lässt Besucher staunen. © Aileen Kurkowiak
Erntedankfest

Traditioneller Erntedank-Teppich in St. Johannes ist aufgebaut

Seit einer Woche sammeln die Landfrauen wieder Früchte, Gemüse, Kaffeebohnen und Getreide, um den traditionellen Früchteteppich zu legen. Dieses Jahr steht das Thema Trost im Mittelpunkt.

Es ist der 16. Erntedank-Teppich im 17. Jahr. Die beliebte Aktion der Kirchhellener Landfrauen musste im vergangenen Jahr wegen des Umbaus der Kirche und der Einschränkungen rund um die Pandemie leider ausfallen. Lediglich der traditionelle Gottesdienst konnte unter Corona-Bedingungen auf dem Hof Miermann stattfinden. Doch in diesem Jahr darf wieder etwas Normalität einkehren.

Mitgefühl und Toleranz

Das Motiv dieses Jahres: „Ich trage Dich durch die Not“. Mit der bekannten Geschichte der Fußspuren im Sand haben die Landfrauen ein Thema für dieses Jahr gewählt, das passender nicht sein könnte. In der Geschichte heißt es: „Dort, wo Du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich Dich getragen.“

Dieses Bild haben elf Landfrauen in der Kirche St. Johannes geschaffen, um denjenigen, die es in diesem Jahr nicht leicht hatten, Trost zu spenden. „Wir denken da ganz besonders an die Flutopfer in diesem Jahr, für die auch die Spenden gedacht sind“, erklärt Bärbel Nothelle, Vorsitzende der Kirchhellener Landfrauen. Auch ein weiteres aktuelles Thema wird in dem Früchteteppich aufgegriffen: Mit einem eingearbeiteten Regenbogen soll ein Zeichen für Toleranz gesetzt werden.

Seit 9 Uhr am Donnerstagmorgen legten elf fleißige Landfrauen in penibler Sorgfalt den kreativen Früchteteppich. „Wir verteilen uns natürlich über den Tag ein wenig, aber wir sind ein eingespieltes Team“, so die Leiterin der Landfrauen.

Von Suppengemüse über Zwiebeln, Kartoffeln, Mais, Bohnen, Getreide und buntem Hafer bis hin zu Lavendel und Kürbissen wurden jede Menge essbarer „Materialien“ für die Gestaltung des Teppichs verwendet. „Wir haben viel selber aus unseren Gärten gesammelt, gespendet haben aber auch wie üblich die Genossenschaft das Getreide und die hiesigen Höfe das Obst und Gemüse“, sagt Bärbel Nothelle.

Spenden für die Opfer der Flutkatastrophe

Zur Tradition gehört auch, dass alljährlich nach der Erntedank-Messe durch den Mini-Brot-Verkauf in Kooperation mit der Bäckerei Kläsener Spenden für den guten Zweck gesammelt werden. In diesem Jahr möchten die Landfrauen etwas für vom Hochwasser stark betroffene Bauernfamilien tun.

Landwirtschaftliche Betriebe in Rheinland-Pfalz, NRW und zum Teil in weiteren Bundesländern sind von der verheerenden Flutkatastrophe im Juli stark getroffen worden. Hier gilt es nun schnelle Hilfe zu leisten, damit zerstörte Gebäude, Technik, Felder und Wiesen wiederhergestellt werden können. Die Messe findet am 3. Oktober um 10 Uhr auf dem Hof Schmitz statt. Auch die Spenden, die während der Ausstellung des Ernteteppichs in der Kirche gesammelt werden, werden für die Flutopfer verwendet.

Der Teppich ist in der St. Johannes-Kirche bis zum 10. Oktober ausgelegt, am gleichen Tag wird es eine weitere kleine Erntedank-Messe vor Ort geben.