Viel Arbeit und Freude mit dem Brezelumzug

Organisation

71 Wagen, 1200 dazu gehörige Leute, vier Kompanien mit etwa 1000 Brezelbrüdern und sieben Kapellen müssen beim Brezelumzug untergebracht und geordnet werden. Christoph Strangemann und Johannes Grewer haben sich der Sache angenommen und organisieren seit einigen Jahren den Brezelumzug.

KIRCHHELLEN

von Von Michelle Hoffmann

, 21.07.2017, 14:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Viel Arbeit und Freude mit dem Brezelumzug

Christoph Strangemann und Johannes Grewer Brezelfest-Organisation.

Fast ein Jahr vorher beginnen für die beiden mit den Vorbereitungen. Die richtige Reihenfolge beim Umzug stellt sie vor einige Herausforderungen. „Zwei Drittel der Gruppen wollen ganz vorne laufen, das klappt natürlich nicht“, sagt Christoph Strangemann. Deshalb wird die Position im Groben gewürfelt. „Aber wir können natürlich kein Pferd vor einem Trecker oder hinter einer Kapelle laufen lassen, das müssen wir dann manuell planen“, sagt er weiter. Außerdem achten sie darauf, dass die Wagen in einer bunten Mischung dran sind – kleine und große Wagen sollen sich abwechseln.

In den letzten Wochen geht es dann an die Wagenabnahme. Alle Wagen, besonders die motorisierten, müssen von der Dekra und dem Vorstand abgenommen werden. „Wir nutzen die Termine, um uns präsent zu zeigen“, sagt Johannes Grewer. Da 71 Wagen in wenigen Wochen abzunehmen nicht gut umsetzbar wäre, sind die Abnahmen auf die motorisierten Fahrzeuge begrenzt. Das sind immerhin auch schon 37. „Manchmal sind wir an einem Abend bei drei Wagen. Das heißt drei Schnaps, drei Bier und drei Koteletts“, erzählt Grewer. „Das sind aber die schönen Abende, die unsere Mühe belohnen“, sagt er weiter.

Kompakter geplant

Am Anfang trifft man sich nur einmal im Monat. Die letzten Monate dreimal die Woche. Einen Großteil der Arbeit stellen die ganzen Formalitäten dar. „Seit der Loveparade 2011 wurden die Vorschriften und Genehmigungen stark angezogen“, sagt Strangemann. „Zum Glück haben die beim Straßen Verkehrsamt leckeren Kaffee“ fügt Grewer lachend hinzu.

Auch für die Umzugsroute und die Aufstellung auf der Festwiese sind die beiden Vorstandsmitglieder zuständig. „Dieses Jahr haben wir die Aufstellung ein bisschen kompakter geplant, dann ist die Stimmung noch besser“, sagt Strangemann.

In die Rolle der Umzugsorganisatoren sind die beiden über die Jahre reingewachsen. Beide hatten schon immer viel mit der Brezelgesellschaft zu tun. Strangemanns Mutter war Königin, der Bruder Leutnant. Bei Grewer war die Oma Königin. „Erst sind wir ein paar Jahre als Umzugshelfer mit gelaufen, dann sind wir irgendwann in den Vorstand rein gerutscht“, erzählt Christoph Strangemann.

Leute kennen und Probleme lösen

Wichtig für die Rolle sind mehrere Sachen: Man muss Leute kennen und Probleme lösen können. Und das ist bei den beiden so. „Ich war früher viel in der Landjugend aktiv und wir kennen beide viele Leute, aus den verschiedensten Generationen, das ist wichtig für die Organisation, denn wir sind unheimlich auf Hilfe angewiesen“, erklärt Strangemann.

Vom Umzug selber haben die zwei Organisatoren nicht viel. „Einer läuft immer mit dem Zug mit und ist an den Brennpunkten präsent, der andere sitzt zusammen mit einem Vertreter der Stadt, der Feuerwehr, der Polizei und dem DRK bei einem Krisenstab im DRK-Zelt zusammen. „Wenn irgendwo ein Problem auftritt, finden wir eine Lösung“, sagt Grewer.

Nervös und ohne Alkohol

Spaß haben Johannes Grewer und Christoph Strangemann trotzdem. „Wir gehen morgens um 7 Uhr mit den Brezel aufnehmen und bis 14 Uhr können wir dann das Fest genießen, natürlich mit einer Grundnervosität im Bauch und ohne Alkohol“, sagt Strangemann. Wenn der Umzug dann aber vorbei ist, geht es erst mal mit allen Helfern an die Theke. „Dann geht es an die Aufholjagd“, sagt er. Am Tag danach wird sich dann mit allen zusammen gesetzt und besprochen, was gut gelaufen ist und was man beim nächsten Fest verbessern kann. Am Ende sind sich beide einig: „Wir machen das jedes Mal mit Spaß und Freude, aber jedes Jahr wäre so ein Fest nicht umsetzbar.“

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