Coronavirus: Welle der Hilfsbereitschaft nach Aufruf der Seniorenheime

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Mit so einem Engagement hätte niemand gerechnet: Nach einem Hilferuf der Seniorenheime in Kirchhellen haben sich viele Menschen an die Nähmaschine gesetzt - mit einem beachtlichen Ergebnis.

von Maria Dehling

Kirchhellen

, 03.04.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Magdalene Witt, Leiterin der Betreuung der Kirchhellener Seniorenheime, war überwältigt. „Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. In kürzester Zeit haben sich über 50 Freiwillige gemeldet. Der Stoff ist sogar ausgegangen und das Telefon bimmelt weiter. Aber es gibt Nachschub,“ beruhigt sie. Auf ihren Aufruf hin wurden rund 200 Mund-Nase-Masken für die Kirchhellener Seniorenheime genäht. Die Masken befinden sich mittlerweile in der Waschmaschine im Seniorenheim St. Johannes, werden bei 90° Grad gewaschen und werden im Anschluss an die Mitarbeiter übergeben.

Bei den fleißigen Näherinnen war laut Magdalene Witt jedes Alter vertreten, ob 17-jährige Schülerin, Mutter von drei Kindern oder die agilen 70- bis 85-Jährigen – von Allen war die beigefügte Nähanleitung schnell verstanden worden und die Maschinen ratterten.

Stoff für Masken wurde bis ins Haus gebracht

Auch Magdalene Steinmann aus der Kirchhellener Heide, selbst Mutter und Oma, wollte dabei sein. „Der Stoff wurde mir sogar gebracht. Etwas enttäuscht war ich, als ich die kleine Tüte sah. Sie enthielt nur zugeschnittenen Stoff für fünf Masken, ich war von zehn ausgegangen. Die hatte ich abends schnell genäht und meine Tochter Carolin konnte sie am nächsten Morgen mit ins Dorf nehmen“.

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„Uns war es wichtig, dass wir den Aufwand für die freiwilligen Helfer, die Wege und den Kontakt untereinander möglichst gering halten konnten. Es sollten natürlich keine neuen Risiken entstehen,“ so Witt. Die Übergabe der Masken erfolgte durch Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder - aus Sicherheitsgründen vor dem Eingang des Seniorenheimes St. Johannes an der Gartenstraße.

Vor einigen Tagen hatte sich Witt an die Nachbarschaftshilfe Kirchhellen gewandt und zum Schutz der Mitarbeiter um selbstgenähte Mund-Nase-Masken gebeten. Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder hatte sofort seine Unterstützung zugesagt.

Witt möchte Mitarbeiter vor Coronavirus schützen

Wer auch noch Masken nähen möchte, kann sich bei Magdalene Witt unter Tel. (02045) 96 99 13 5 melden. Nach Absprache können dann Stoff und Nähanleitung am Seniorenheim abgeholt werden. Pro Maske, so zeigen die Erfahrungswerte, dauert das Nähen rund 20 bis 30 Minuten. Witt hält die genähten Masken für einen guten Ersatz zu den Einmal-Mundschutzen. „Wir möchten unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen prophylaktisch damit versorgen“, so hatte Witt ihr Anliegen formuliert.

  • Die Nachbarschaftshilfe Kirchhellen ist erreichbar unter Tel. (02045) 40 80 54 oder im Internet unter www.kirchhellen-hilfe.de
  • Das Seniorenheim St. Johannes befindet sich an der Gartenstraße 7-13 in Kirchhellen.
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