Wissen kann Leben retten

"Woche der Wiederbelebung"

Wie wichtig es ist, dass man im Ernstfall zügig mit der Reanimation eines Menschen in Not beginnt war am Montagabend (19. September) Thema eines Seminares beim DRK Kirchhellen.

Kirchhellen

, 20.09.2016, 14:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wissen kann Leben retten

Im Rahmen der bundesweiten "Woche der Wiederbelebung" lernten zwölf Kirchhellener am Montagabend an Dummy Paul, wie eine Herz-Lungen-Wiederbelebung funktioniert.

Für den Leiter des Ortsvereins Kirchhellen, Herbert Appelmann, ist klar: „Natürlich traut man es sich nur zu, zu handeln, wenn man weiß, wie man es richtig macht.“ In Deutschland sind es, seinen Recherchen nach, gerade mal 17 Prozent der Bundesbürger, die einen Wiederbelebungsversuch vornehmen würden, in Schweden sind es dagegen ganze 60 Prozent. Um die Prozentzahl bei den Kirchhellenern etwas anzuheben, wurden die einzelnen Schritte der Wiederbelebung den zwölf Teilnehmern am Montagabend ganz genau erklärt.

Das Wichtigste zuerst: Sieht man einen Verletzten oder jemanden, der zusammengebrochen ist, muss man, bevor man hilft, erst mal sicher gehen, dass man sich selbst nicht in einer Gefahrensituation befindet. „In manchen Situationen können Laien nicht helfen, dann ist es aber sehr wichtig den Notruf, also die 112, zu wählen und Hilfe zu holen“, erklärt Sven vom DRK, der das Seminar leitete. Kann man doch helfen, sollte man sich an diese  Schritte halten.

Schritte zur Wiederbelebung

1. Zu allererst muss festgestellt werden, ob der Patient ansprechbar ist. Dafür spricht man ihn an und schüttelt, falls er darauf nicht reagiert, an der Schulter. Folgt darauf keine Reaktion, versucht man das Bewusstsein zu überprüfen, indem man einen Schmerztest macht.

2. Dabei kneift man dem Verletzten entweder mit zwei Fingern in die Nase, reibt mit den Fingerknöcheln über das Brustbein oder drückt mit den Daumen den Kopf hinter dem Ohr nach oben. „Das tut höllisch weh, wenn der Patient darauf nicht reagiert, kann man sich sicher sein, dass er bewusstlos ist. Dann kann es sein, dass seine Atmung schon ausgesetzt hat.“

3.Die Atmung überprüft man am besten, indem man sich auf seine Sinne verlässt: „Sehen, hören, fühlen“ lautet die Faustregel. Das eigene Ohr über dem Mund hört die Atmung, an der Hand auf der Brust sieht und fühlt man sie. „Früher sollte man dann auch noch den Puls ertasten, aber das kostet bei Laien oft zu viel Zeit.“ Stellt man also keine Atmung fest, guckt man der Person in den Mund.

4. Alles was sich im Mund befindet, muss man vor der Reanimation herausholen, da der Patient sonst daran ersticken kann, wenn er wieder zu Bewusstsein kommt oder man sich dafür entscheidet ihn zu beatmen. Im nächsten Schritt sollte man den Kopf überstrecken: „Das Beatmen ist kein Muss! Viel wichtiger ist, dass man anfängt zu drücken.“

5. Die Drei-Finger-Regel, die man früher in Erste-Hilfe-Kursen gelernt hat, ist überholt: „In diesem Moment geht es um Schnelligkeit. Scheuen sie sich nicht davor, das Oberteil der Person kaputt zu reißen, dafür gibt es hinterher sicher keinen Ärger!“ Der richtige Druckpunkt liegt in der Mitte zwischen den Brustwarzen. „Und dann geben sie Gas: Im Rhythmus vom Bee Gees Song „Stayin‘ alive“, der hat nämlich genau die richtige Geschwindigkeit für die Reanimation.“

6. Rund 30 Mal soll man den Brustkorb etwa vier Zentimeter nach unten drücken, dann können zwei Beatmungen folgen oder man macht mit dem Drücken solange weiter bis der Arzt kommt: „Das Drücken ist sehr anstrengend, am besten Wechseln sie sich mit einer zweiten Person ab. Sind sie wirklich alleine, dann drücken sie solange, bis sie vom Rettungsteam abgelöst werden oder sie selbst keine Kraft mehr haben.“ Aus der Praxis weiß der Seminarleiter aber auch: „Es kann sein, dass beim Drücken, vor allem bei älteren Personen, die Rippen brechen. Lassen sie sich davon aber nicht beirren und machen einfach weiter.“

Wer auch Interesse an einem solchen Seminar hat, kann sich beim DRK Ortsverband Kirchhellen unter Tel. (02045) 9 50 73 12 oder per Mail unter info@drk-kirchhellen.de melden. 

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