Zwei Wolfsangriffe in einer Nacht: Kirchhellener sind besorgt

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Die Kehlen durchgebissen, die Keulen angefressen. Wieder hat ein Wolf eine Schafherde dezimiert. Aus derselben Nacht wurde ein weiterer Vorfall aus einem Damwildgehege gemeldet.

Kirchhellen

, 18.08.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Und sie springt offenbar doch: In der Nacht von Sonntag auf Montag scheint ein Wolf gleich zweimal auf Kirchhellener Gebiet „tätig“ geworden zu sein. Beide Male gab es keine Untergrabungen, beide Male waren die Zäune unversehrt. In beiden Fällen fällt der Verdacht auf „Gloria von Wesel“.

Wie Eckhard Vornbrock vom Gahlener Bürgerforum am Dienstag berichtete, ist die Inhaberin eines Damwildgeheges am Montag um 2.30 Uhr von Geräuschen aus dem Gehege, das direkt ans Schlafzimmerfenster grenzt, geweckt worden.

Hausbesitzerin sah den Wolf mit eigenen Augen im Gehege

Mit einer starken Taschenlampe habe die Frau in das Gehege geleuchtet und dort in einer Ecke das zusammenstehende, panische Damwild gesehen und in der Mitte einen Wolf. Der habe still dagestanden, zum Schlafzimmerfenster rübergeblickt, nach einer Weile umgedreht und sei in die entgegengesetzte Richtung weggelaufen.

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Bei der Kontrolle des Zauns am Montagmorgen seien keinerlei Untergrabungsspuren gefunden worden. Die Besitzer der Tiere gehen deshalb davon aus, dass der Wolf - wie bereits mehrfach zuvor - über den Zaun gesprungen sei.

Läuft Wölfin Gloria 20 Kilometer in einer Nacht?

20 Kilometer weiter, an der Hiesfelder Straße 26a, hat ein Wolf in derselben Nacht deutlichere Spuren hinterlassen: Georg Jansen entdeckte gegen 6.30 Uhr am Montagmorgen zwei tote Schafe auf seiner Weide. Kehlbiss ist als Art der Tötung im Protokoll des Bürgerforums vermerkt. Außerdem seien Keulen der getöteten Tiere sowie ein kleiner Teil der Innereien angefressen worden.

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Auf der gleichen Wiese sind am 30. Juli bereits zwei Schafe gerissen worden, nach dem neuerlichen Vorfall am 17. August ist die kleine Herde auf acht Tiere reduziert.

Unter Strom stehender Zaun schreckt den Wolf nicht ab

Die Weißen Gehörnten Heidschnucken von Georg und Barbara Jansen, eine bedrohte Nutztierrasse, sind von einem 1,50 Meter hohen Herdenschutzzaun umgeben, wie ihn die Landwirtschaftskammer empfohlen und die Bezirksregierung bezahlt hat. Ein Knotengeflecht mit Elektrolitze oben und unten. Aber selbst der Strom scheint den Wolf nicht zu stören.

Dieser Herdenschutzzaun mit Strom sollte den Wolf eigentlich abhalten. Das scheint aber bei Gloria nicht zu funktionieren.

Dieser Herdenschutzzaun mit Strom sollte den Wolf eigentlich abhalten. Das scheint aber bei Gloria nicht zu funktionieren. © Foto privat

Die Mitglieder des Bürgerforums Gahlen vertreten schon länger die These, dass Gloria förmlich aus dem Stand über die Zäune springt und deshalb gar nicht mit dem Strom in Berührung kommt. Das habe sie vermutlich bei ihrer Mutter gelernt, die auch schon für diese Auffälligkeit bekannt gewesen sei.

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