Die Zimmer auf den Intensivstationen füllen sich wieder - auch im Kreis Recklinghausen. © dpa
Kreis Recklinghausen

Intensivstationen in den Krankenhäusern füllen sich weiter

Die Corona-Zahlen werden von Tag zu Tag größer - und das betrifft nicht nur die Inzidenzwerte im Kreis Recklinghausen. Auch die Intensivstationen füllen sich.

Was bundesweit und auf Nordrhein-Westfalen zutrifft, ist im Kreis Recklinghausen nicht anders. Die Zahl der Corona-Infizierten nimmt zu, es haben wieder mehr Menschen einen schweren Verlauf – und dementsprechend füllen sich auch wieder die Krankenbetten in den heimischen Krankenhäusern sowie im Speziellen die auf den Intensivstationen. Die Lage der 13 Krankenhäuser, Hospitäler und Kliniken, die im Kreisgebiet Intensivstationen unterhalten, wird in jeder Sitzung des Krisenstabes auf Kreisebene dargestellt. Zurückgegriffen werde dabei „auf die tagesaktuellen Meldungen zum Ist-Zustand in den Häusern und auf die Einschätzung des ärztlichen Experten im Stab“, erklärt Svenja Küchmeister vom Kreis-Presseteam weiter.

Ampel stehen öfter bereits auf Rot

Mit dem Ergebnis, dass der Großteil der Kliniken derzeit die Ampel auf Rot gestellt hat, da die verfügbaren Behandlungsplätze im Intensivbereich voll belegt sind – fünf Häuser betraf es konkret am Donnerstag, die sowohl für den Low-Care-Bereich, also die „normale“ Intensivbehandlung, wie auch die High-Care-Therapie mit invasiver Beatmung, volle Belegung meldeten.

Vier Kliniken lagen auf gelbem Signal mit noch begrenzt verfügbarer Intensivkapazität. Lediglich das St.-Barbara-Hospital in Gladbeck, das Marien-Hospital Marl, die Evangelische Krankenhausgemeinschaft Herne | Castrop-Rauxel, das St. Elisabeth-Krankenhaus Dorsten und die Vestische Kinder- und Jugendklinik Datteln signalisierten mit grüner Ampel, noch über Intensivkapazitäten zu verfügen. Die Belegungsdaten fließen in das Informationssystem Gefahrenabwehr NRW ein (IG.NRW), so dass die Landesbehörden ein Bild zur Coronalage erhalten.

Patientenzahl nimmt zu

Laut Kreis Recklinghausen befinden sich derzeit 64 Covid-19-Patienten in den Kliniken des Kreisgebietes in stationärer Behandlung, 23 davon auf Intensivstationen. Dabei handelt es sich mit großem Abstand vor allem um Ungeimpfte. Mitte Oktober hatte sich ein noch ganz anderes Bild gezeigt. Lediglich fünf Betten wurden über Tage von Covid-19-Patienten belegt. Auch die Zahl der stationär behandelten Patienten betrug weniger als zwei Dutzend.

Über 80-Jährige sind besonders betroffen

Insgesamt wurden im Oktober 8,5 Prozent der Menschen, die positiv getestet worden waren, stationär behandelt. Betroffen waren vor allem die über 80-Jährigen, in deren Gruppe mehr als die Hälfte nicht ohne Krankenhaus-Aufenthalt auskam. Es folgt mit einem Viertel die Altersgruppe zwischen 70 und 79. Je jünger die Menschen werden, desto geringer ist der Anteil derer, die in dieser Gruppe auch ins Krankenhaus müssen. Laut Robert-Koch-Institut ist das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs mit Krankenhauseinweisung bei älteren Altersgruppen auch im Vest weiterhin am höchsten. Bei ihnen kommt es zudem vermehrt zu Impfdurchbrüchen.

Liegt es am nachlassenden Impfschutz?

Diese Zahlen haben sich ebenfalls stark in Richtung der Älteren verschoben. Denn im Juli betrug der Anteil bei den über 80-Jährigen, die auch ins Hospital mussten, lediglich 25 Prozent. Ob dies mit dem nachlassenden Impfschutz und noch nicht erfolgter Booster-Impfung zusammenhängen kann, ist allerdings nicht belegt.

Dabei ist der Anteil an Neuinfektionen bei den älteren Menschen weitaus nicht der größte, wenn man über alle Altersgruppen blickt.

Mittlerweile stecken sich zunehmend jüngere Frauen und Männer an. In der Regel entwickeln in allen Altersgruppen 80 oder mehr Prozent im Kreis Recklinghausen anschließend auch Covid-19-Symptome. Laut Divi-Intensivregister sind im Kreis Recklinghausen derzeit noch 21 Intensivbetten von 193 frei. Der Anteil an Covid-19-Patienten liegt hier bei 12,44 Prozent, während es Mitte September gerade einmal 2,5 Prozent waren.

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Leiter der Kreisredaktion
Ein Kind der Region - geboren, aufgewachsen und noch immer im Ruhrgebiet beheimatet. Wer hier nicht bleiben möchte, ist selber schuld. In der Freizeit steht die deutsche Nordseeküste mit ihren Inseln, im Winter stehen die Skipisten der Alpen als Lieblingsziele auf der Urlaubsagenda. Zu Hause schlägt mein Herz für den Grimme-Preis in Marl genauso wie für den Halterner Stausee, die Haard in Oer-Erkenschwick und das Kulturangebot in Recklinghausen sowie die kleinen Geheimnisse der anderen Orte - Hauptsache Kreis RE.
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