Sechs Kampfhubschrauber vom Typ "Apache" der US-Army flogen am 29. November unter anderem durch den Kreis Recklinghausen. (Symbolbild) © picture alliance / Carsten Rehder/dpa
Tiefflieger

Kampfhubschrauber der US-Army im Tiefflug über dem Kreis Recklinghausen

Zahlreiche Augenzeugen sahen am Montagnachmittag mit teils angstvollem Blick gen Himmel. Sechs Kampfhubschrauber der US-Army durchquerten den Luftraum im Kreis Recklinghausen.

Der Eindruck war faszinierend und beängstigend zugleich, als die sechs Hubschrauber im Formationsflug über den Kreis flogen. Von schwerbewaffneten Helikoptern war bei den Augenzeugen die Rede. Dabei ging es in geringer Höhe über die Dächer der Region. Und alle stellten sich die Fragen, um was für Hubschrauber es sich handelt, in welcher Mission sie unterwegs waren und wohin es ging.

Jetzt ist klar: Es waren sechs Kampfhubschrauber der US-Army, die zum Militärstützpunkt Gilze-Rijen in der Nähe von Tilburg unterwegs waren. Dabei handelte es sich um Helikopter des Typs Boeing „AH-64 Apache“, den wohl berühmtesten Kampfhubschrauber weltweit.

Die Modelle werden seit 1982 in Serie produziert und wurden 1986 in Dienst gestellt. Die US-Army setzte den AH-64 erstmalig bei der US-Invasion in Panama ein. In dem Kampfhubschrauber sitzt die Besatzung hintereinander, die Scheiben bestehen aus Panzerglas, das Cockpit ist in der Regel mit Panzerplatten verstärkt. Zwei Motoren sorgen für mehr als 3200 PS und eine Geschwindigkeit von fast 300 km/h. Mehr als 2500 Modelle wurden bisher in 17 Länder geliefert.

Bundeswehr weiß über Start und Ziel Bescheid

Warum die Hubschrauber in die Niederlande flogen, konnte auf Nachfrage der Redaktion auch die Bundeswehr nicht sagen – ob es eine Geheimoperation oder einfach nur eine Verlegung war, blieb offen. „Fest steht, dass am 29. November das Sextett um 14.52 in Fritzlar bei Kassel gestartet ist. Anschließend ging es über Osnabrück und Münster in Richtung Ruhrgebiet und von dort in die Niederlande“, sagte Kai Stobbe, einer der Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr. Allerdings steht bei Truppen- oder Materialverlegungen und auch Übungen der deutsche Luftraum den NATO-Partnern oder befreundeten Streitkräften zur Verfügung.

„Wie ein Schwarm Heuschrecken“

Unsere Leserin Gwendolin Kirov schickte uns sogar ein aktuelles Foto der Überflüge. „Wie ein Schwarm von Heuschrecken sah das Ganze aus der Ferne aus“, berichtete ihr Vater. Dagegen war die Polizei im Präsidium Recklinghausen von dem Überflug ebenso überrascht. „Die Bundeswehr zumindest ist uns keine Rechenschaft schuldig“, erklärt Pressesprecher Andreas Wilming-Weber auf Nachfrage.

Laut der Online-Enzyklopädie Wikipedia spielte der AH-64 auch eine Rolle im Zweiten Golfkrieg, während der Operation Enduring Freedom in Afghanistan und im Irakkrieg. Mittlerweile ist das Modell AH-64 Apache weiterentwickelt worden. Es existieren mehrere Modelle, so auch der aktuell modernsten Typ „AH-64E“. Bei den Einsätzen wie der von Fritzlar in die Niederlande fliegen die Amerikaner oftmals nur in einer durchschnittlichen Höhe von etwa 500 Metern. Dementsprechend gut sind die Hubschrauber auch zu sehen und zu hören.

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