Landrat Mario Löhr (SPD) informiert zur Stunde über die Corona-Lage im Kreis Unna. © Stefan Milk / Archiv
Tierschutz

Nach Tierschutzskandalen: „Wir können das nicht verhindern“

Der Kreistag hat sich jetzt noch einmal mit dem Tierschutz beschäftigt. Es gab Kritik von der Fraktion Grüne im Kreistag. Der schlossen sich andere politische Gruppierungen aber nicht an.

Herbert Goldmann, Vorsitzender der Fraktion Grüne im Kreistag, machte keinen Hehl daraus, dass ihm die Aufklärung durch den Kreis Unna nicht weit genug geht. „Das ist zu wenig der Aufklärung“, sagte er und verwies darauf, dass die Politik seit sechs Monaten auf eine Information warte, ob während der Ermittlungen der Soko Tierschutz im Fall Prott in Selm Mitarbeiter des Veterinäramtes vor Ort gewesen seien und welche Feststellungen diese gegebenenfalls gemacht hätten.

Der Behauptung Goldmanns, es gebe noch viele offene Fragen, wollte Sascha Kudella (SPD) nicht folgen. Der Kreis habe in einer Sondersitzung des Ausschusses für Gesundheit und Verbraucherschutz alle Fragen beantwortet. Auch Goldmanns Fraktion habe keinen Klärungsbedarf mehr gesehen. Andreas Dahlke, Fraktionschef von GFL+WfU, verwies darauf, dass die staatsanwaltschaftliche Aufarbeitung noch laufe. „Lassen Sie uns nach vorne gucken“, verwies er auf die geplante personelle Aufstockung des Veterinäramtes.

Landrat Mario Löhr knüpfte daran an. Trotz der Personalaufstockung sieht er aber Grenzen: „Wir haben immer gesagt, wir können das nicht verhindern, wenn kriminelle Energie dahinter steckt.“ Den Mitarbeitern des Kreises Unna sei kein Vorwurf zu machen, trotzdem stünden sie immer wieder öffentlich am Pranger. Die Personalaufstockung solle vor allem dazu führen, dass bei einem Anfangsverdacht schnell reagiert werden könne.

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Redaktion Unna
Gebürtiger Mendener, inzwischen in Werne an der Lippe zuhause. Jahrgang 1975. Seit April 2010 im Zeitungsverlag Rubens. Liebt das Lokale und den Kontakt zu den Menschen. Privat Gladbach-Fan, Hühnerhalter und Vater einer Tochter.
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Dirk Becker