Buchtipp: Die ersehnte Vertrautheit stellt sich nicht ein

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Helmbold
Einfühlsam berichtet Jessica Au in ihrem Roman „Kalt genug für Schnee“ von einer Tochter, die sich nach Vertrautheit zu ihrer Mutter sehnt, meint Buchrezensentin Britta Helmbold. © Helmbold
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Tochter und Mutter leben in Jessica Aus Roman „Kalt genug für Schnee“ in unterschiedlichen Städten – in Hongkong und Melbourne. Die Tochter erhofft sich von dieser Japan-Rundfahrt eine Annäherung an die Mama.

Sie hat ein ambitioniertes Kultur- und Naturprogramm zusammengestellt, das die Mutter zwar mitmacht, aber Begeisterung zeigt sie allerdings nicht, sie absolviert es wie ein Pflichtprogramm. Sie besichtigen Galerien, Tempelanlagen und Gärten, gehen gemeinsam essen.

Die Mutter möchte kein Andenken an die Reise

Die Mutter kauft für alle Geschenke, nur für sich will sie kein Andenken an diese Reise. Die von der Tochter ersehnte Vertrautheit will sich einfach nicht einstellen.

Davon berichtet Autorin Jessica Au einfühlsam, aber in einem unsentimentalen Tonfall.

Jessica Au: Kalt genug für Schnee, 119 S., Suhrkamp, 20 Euro, ISBN 978-3-5184-3073-6.