Ab 28.10. im Kino

Der Film „Ron läuft schief“ erzählt von zwei Freunden, die anders ticken

Der Film „Ron läuft schief“ ist eine Komödie über Kinder und ihre digitalen Kumpel: Wer keinen hat, wird gemobbt. Hinter der lustigen Fassade versteckt sich aber auch ein tieferer Sinn.
Endlich ist auch Barney stolzer Besitzer eines eiförmigen B-Bots, er wird ihn Ron taufen. © Walt Disney Germany

Früher Tamagotchi, heute Playstation und Smartphone: Kinder gieren nach dem letzten Schrei in Sachen Unterhaltungstechnik. Wer nicht mithält, wird zum Gespött. So wie Barney, der Junge aus „Ron läuft schief“, dem ersten Langfilm des britischen Studios Locksmith Animation.

In der Zukunft, die hier ausgemalt wird, haben alle Kids einen digitalen Kumpel, der nach Ü-Ei in Hundegröße aussieht. Diese „B-Bots“ folgen ihrem Herrchen, kommunizieren mit ihresgleichen, tauschen Freundschaftsanfragen, passen sich Wünschen und Hobbys ihrer Besitzer an.

Ein Tausendsassa mit Macke für das Kind Barney

Sie schießen Fotos für Internet und Social Media, sie spielen Musik. An der Schule hat jedes Kind eine Ladestation für den Tausendsassa. Nur Barney nicht, der besitzt keinen B-Bot und gilt als uncool. Bis er auch einen bekommt. Einen, der eine Macke hat, seit er vom Laster fiel. Dieser Ron läuft schief, er macht Dinge außerhalb seiner Programmierung und vermöbelt die Rowdys vom Schulhof.

Wo Ron ist, herrscht bald Chaos. Kindlicher Schabernack mit zweien, die anders ticken als die Norm – das ist die komödiantische Seite des Films (Regie: Sarah Smith, Jean-Philippe Vine).

Hinter dem Spaß verbirgt sich eine zweite Agenda

Hinter Jux und Dollerei läuft eine zweite Agenda. Es geht um eine Firma, die mit Ego-Prothesen für Kinder Geld scheffelt. Um einen Schuft im Rollkragen-Pulli, der vor kreischenden Fans neue „Bubble“-Produkte präsentiert. Wie Steve Jobs.

Defekte B-Bots sind schlecht fürs Image, der Konzern bläst zur Jagd auf Barney und Ron. Ron wird entführt, Barney will ihn retten: Spannung light. Der Schurke gibt derweil zu, dass er Kinder hasst und bloß Käufer in ihnen sieht.

Viel seiner Konsumkritik kassiert der Film später ein, doch immerhin hinterfragt er die Weltbeglückungs-Parolen der Tech-Giganten. Ein Spaß mit Hintersinn.