Hoch in den Wolken: Ein Sky Shark greift an. © MFA+
Kino

Deutsches Trash-Kino „Sky Sharks“: Die Vergeltung des Dritten Reiches lauert in der Arktis

Der teilweise durch Crowdfunding finanzierte Film „Sky Sharks“ kreist um Nazis, Flug-Haie und wüsten Quatsch. Ab dem 26. August ist die Was-wäre-wenn-Fantasie zu sehen.

Wie man einen Cocktail aus Nazi-Chic, SciFi-Parodie, Trash und wüstem Humor anrührt, haben die Macher von „Iron Sky“ (2012) gezeigt: Eine Geheimbasis des Dritten Reiches auf dem Mond bedroht die Erde. Auch in „Captain America – The First Avenger“ starten Bomber mit Hakenkreuz Richtung USA, und in Comic („Wunderwaffen“) und Videospiel haben die Nazis sowieso nie aufgegeben. Dem Faszinosum einer Was-wäre-wenn-Fantasie mit Nazis sind auch die Werbefilmer Marc und Carsten Fehse erlegen, deren „Sky Sharks“ den Quatsch in neue Höhen treiben.

Crowdfunding-Kampagne brachte „Sky Shark“ 100.000 Euro ein

Was wäre, wenn Hitlers Schergen fliegende, biomechanische Haie konstruiert hätten? Samt Bewaffnung, mit Hakenkreuz an der Schwanzflosse! Bemannt von Zombies unterm Stahlhelm, toten Soldaten, denen in der Arktis ein Super-Serum verabreicht wird!

Geht‘s noch? Die Idee klingt so gaga, dass die optische Umsetzung schon wieder reizvoll ist. Um ein Crowdfunding zu stimulieren, erstellten die Fehses 2015 einen Trailer, der großdeutsche Kampfhaie in den Wolken zeigt. Ganz übel war der Appetizer wohl nicht, um die 100.000 Euro sollen eingetrudelt sein.

Die Präsentation von „Sky Sharks“ ist passabel, die Story eher blabla

Diverse Durststrecken später war „Sky Sharks“ fertig, man hört von vier Millionen Euro Budget. Ein Witz. Dafür ist der Look des Film aber präsentabel, die Tricks sind okay, die Score-Musik klingt nicht billig. Was Computer und Digitalzauber so alles erschwinglich machen. Auch Kostüm und Maske sind stimmig.

Vor Fleißarbeit und Enthusiasmus zieht man den Hut. Leider paart sich technisch Befriedigendes mit einem „mangelhaft“ in Sachen Dramaturgie. Nach knackigem Intro (Haiangriff auf Düsenjet) schleichen sich Blabla-Passagen ein.

Die Action produziert mehr Tumult als Spannung, der Witz kennt bloß derbe Sudeleien und nackte Brüste. Zum erfrischenden Trash-Gebräu reicht es nicht, auch wenn Schrottfilm-Experte Oliver Kalkofe den Hermann Göring spielt.

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Kultur-Redaktion
Wie sagte "Mr. Chance": Ich gucke gern!
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