Der Parasit Venom ist ganz schön fressgierig und blutdürstig - und macht so seinem Wirt eine Menge Ärger. © Sony Pictures
Fortsetzung im Kino

Die Bestie steckt in seinem Körper: Venom-Fortsetzung jetzt im Kino

Neues aus dem Marvel-Kosmos: In „Venom 2“ schlägt sich Tom Hardy wieder mit einem fressgierigen Tunichtgut herum, der die menschliche Hülle als Tarnung benutzt.

Es ist wie bei Jekyll und Hyde. Journalist Eddie Brock (Tom Hardy) hat eine menschliche Seite, trägt aber ein Biest in sich. Ein „Symbiont“ aus dem All hat seinen Körper gekapert. Der Wirt und sein Parasit Venom ringen um die Kontrolle, mühsam hält Brock den Tunichtgut in Schach.

Stänkerei zwischen Brock und Venom ist der Reiz

„Venom – Let There Be Carnage“ („ein Blutbad muss her“) ist die Fortsetzung des Films von 2018, eine Kreuzung aus Horror, Jux und Superhelden-Action nach Comicvorlage. Regie führte Andy Serkis, der Motion-Capture-Gollum aus „Herr der Ringe“. Wie im ersten Teil macht auch hier die Stänkerei zwischen Brock und Venom den Reiz aus.

„Ohne mich bist Du ein Nichts, ein Würstchen“, grollt die Alien-Nervensäge. Und immer wieder: „Lass mich seinen Kopf fressen!“ „Hör auf“, hält Brock dagegen, „friss die Hühner!“ „Nein, das sind Freunde!“ Da spricht ein impulsgesteuertes Ich, das Lust und Trieb nicht im Griff hat. Unwillkürlich denkt man an Alf und seine Litanei „Lass mich die Katze fressen“.

Comedy-Einlagen als Gegengift zu blutigen Szenen

Als Venom nach einer Keilerei Brock verlässt, landet er auf einer Karnevalsparty von Lesben und Schwulen. Tolles Kostüm, sagen die. „Wir alle sollten sein, was wir sind! Und stolz darauf“, verkündet die Bestie unter Jubel. Solche Comedy-Einlagen funktionieren gut als Gegengift zu blutig rabiaten Szenen, wo der schwarze Nimmersatt irgendwelchen Schurken den Kopf abbeißt.

Brocks und Venoms Erzfeind spielt Woody Harrelson. In einer Neuauflage seines „Natural Born Killers“ gibt er den Serienmörder Cassidy, der Brock mit einer Exklusivstory ködert.

Brock (Tom Hardy) und das Biest Venom liegen sich ständig in den Haaren. © Sony Pictures © Sony Pictures

Beim Interview beißt er Brock, infiziert sich mit Alien-DNA und mutiert zum roten Tentakelmonster. Cassidy befreit seine Geliebte (Naomi Harris) und entführt Brocks Ex-Freundin (Michelle Williams). In einer Kirche steigt das Duell der Kreaturen und ihrer Wirte.

Als Helden-Clinch ist der Film eine Schablone. Böses triggert den Guten. Die Mutationen wirken seltsam billig, als sei die Morphing-Technik auf dem Stand von „Terminator 2“. Und der Klamauk verrät bald deutliche Ermüdungsspuren. Anfangs noch ganz witzig, danach nicht wirklich super.

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Kultur-Redaktion
Wie sagte "Mr. Chance": Ich gucke gern!
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