Sie trauern: Markus (Mads Mikkelsen, v.r.), Mathilde (Andrea Heick Gadeberg) und Lennart (Lars Brygmann). © dpa
Kino

„Helden der Wahrscheinlichkeit“: Mama ist tot – und die Rocker haben Schuld

„Helden der Wahrscheinlichkeit“ ist ein Kinostück zwischen Drama und Farce, mit etwas Thriller. Ein Zug stößt zufällig mit einer Bahn zusammen - aber wie wahrscheinlich ist das?

Mutter und Tochter sitzen in der Bahn, als die mit einem Güterzug kollidiert. Die Mutter und andere sterben. Ein Unglück durch menschliches Versagen? Nein, sagt Mathematiker Otto (Nikolaj Lie Kaas), der mit im Zug war. Er sieht Indizien, dass die Kollision herbeigeführt wurde, um den Kronzeugen eines Rocker-Prozesses zu beseitigen.

„Helden der Wahrscheinlichkeit“ ist ein Hybrid aus Thriller, Drama und Komödienfarce

Otto vergöttert Statistik und Fakten, und danach ist es unwahrscheinlich, dass der Crash purer Zufall war. „Helden der Wahrscheinlichkeit“ heißt der Film des Dänen Anders Thomas Jensen, ab den 23. September neu im Kino: Ein Hybrid aus Thriller, Drama und Komödienfarce, erstaunlich organisch im Mix der Tonarten, zugleich spannend, witzig, rabiat brutal und rührend.

Nach dem vermeintlichen Unfalltod seiner Frau reist Elitesoldat Markus (immer eine Freude: Mads Mikkelsen) aus Afghanistan zurück nach Dänemark. Er will Tochter Mathilde (Andrea Heick Gadeberg) trösten, doch psychologische Betreuung lehnt er ab. Er will allein durchs Tal der Tränen.

Die Therapeuten sind gar keine echten Therapeuten

„Helden der Wahrscheinlichkeit“: Mads Mikkelsen führt einen Rachekrieg

Als Otto Fakten präsentiert, die nahelegen, dass die Rockerbande „Riders Of Justice“ (Originaltitel) das Unglück einfädelte, wird Markus‘ Schmerz zu nackter Wut. Er startet einen Rachekrieg, viele beißen ins Gras.

Jensens Film ist eine Variation über das alte Charles-Bronson-Thema „Ein Mann sieht Rot“, aber mit komödiantischem Zwinkern. Das stellt sich ein, wenn Otto für die Recherche zwei Kollegen aktiviert: die neurotischen Statistik-Nerds Lennart (Lars Brygmann) und Emmenthaler (Nicolas Bro).

Um Mathilde ihren Besuch zu erklären, geben die schrägen Vögel sich als Trauer-Therapeuten aus. Schönste Situationskomik kommt auf, wenn die Gestörten Mathilde analysieren und „Profi“-Tipps geben. Witz und Thrill gehen Hand in Hand. Eine Schießerei bahnt sich an, Patchwork-Familie gegen Rocker, abgeschmeckt mit Weihnachtsmusik. Ein Filmjuwel des schwarzen Humors.

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Kultur-Redaktion
Wie sagte "Mr. Chance": Ich gucke gern!
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