Unsere Leseempfehlungen: ein Buch über die Geschichte von berühmten Hunden und zwei Romane zu Zeiten der NS-Diktatur und des Zweiten Weltkrieges. © picture alliance/dpa
Buchtipp

Leseempfehlungen: Hunde-Weltgeschichte, Familien-Spurensuche, Verrat während des Krieges

Mackenzi Lee schreibt tolle Porträts von berühmten Hunden. Kristin Harmel erzählt von einer Frau, die ihren Mann ausliefert und Alena Schröder widmet sich einem Kunstraub in NS-Zeiten.

Weltgeschichte schreiben nicht nur Staatsmänner oder Könige, manchmal auch Hunde. Historiker Mackenzi Lee stellt als Buch „Eine Weltgeschichte in 50 Hunden“ vor. Von Abuwriyuw, dem ersten Hund, dessen Namen wir kennen und der rund 2500 vor Christus in Ägypten gebellt hat, bis zum ersten geklonten Hund der Welt, ist dies eine Parade berühmter Vierbeiner.

Infos zum Buch

  • Mackenzi Lee: Eine Weltgeschichte in 50 Hunden
  • 190 Seiten, Suhrkamp, 18 Euro,
  • ISBN 978-3-5184-7103-6.

Eine „Wuffnote“ am Ende einiger Kapitel, das Vorwort zur Domestizierung und Nachwort über ausgestorbene Rassen komplettieren den Band, der Hundefreunden Spaß machen wird.

Die Porträts der Hunde aus ferner Vergangenheit – auch über mexikanische Nackthunde und den Hund von Odysseus – sind interessant; die der Vierbeiner aus jüngerer Zeit haben mehr Nähe. So stellt Lee auch die Hunde der US-Präsidenten und Corgies der Queen vor, erzählt, welcher Hund half, das Telefon zu erfinden und berichtet von Hunden im Film, Krieg und Weltall.

Enkelin taucht in Familiengeschichte ein

„Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ ist nicht nur der Titel des Debütromans von Alena Schröder, sondern auch die Beschreibung für einen verschollenen Vermeer. Zwar handelt die Familiengeschichte in erster Linie von vier Frauen aus vier Generationen, die sich alle nicht mit ihrer Mutterrolle anfreunden können.

Infos zum Buch

  • Alena Schröder: Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid
  • 366 S., dtv, 22 Euro
  • ISBN 978-3-4232-8273-4.

Aber es geht auch um die Nazi-Zeit samt Vertreibung, Deportation, Kunstraub – und Restitutionsverfahren in unserer Zeit. Die 27-jährige Hannah hat nicht nur Liebeskummer, sondern findet bei ihrer Oma einen Brief. Es geht um die Rückerstattung geraubter Kunst.

Die Enkelin nimmt die Suche auf – und dabei erfährt sie so einiges über ihre Familiengeschichte, über ihre unkonventionelle, mittlerweile verstorbene Mama und über ihre selbstbewusste Uroma, die einst ein mondänes Leben in Berlin führte.

Eifersucht und Verrat in Zeiten des Kriegs

„Das letzte Licht des Tages“ heißt Kristin Harmels Roman etwas schwülstig in deutscher Sprache. Der englische Titel „The Winemaker’s Wife“ ist schlicht, aber trifft die Sache. Denn es geht um Inés, die Ehefrau eines Winzers in der Champagne. Ihre Lebensgeschichte wird auf zwei Ebenen erzählt. Zum einen geht es um die Zeit während des Zweiten Weltkriegs.

Infos zum Buch

  • Kristin Harmel: Das letzte Licht des Tages
  • 415 Seiten, Knaur, 14,99 Euro.
  • ISBN 978-3-4262-2712-1.

Die Winzerfrau verrät ihren Mann aus Eifersucht an die Nazis. Danach versucht sie vergeblich, es wieder gut zu machen, engagiert sich in der Résistance. Der zweite Handlungsstrang ist in der Gegenwart angesiedelt. Die mittlerweile 99-jährige Inés will ihrer Enkelin, die in New York lebt, die Wahrheit offenbaren.

Doch das fällt der alten Dame ziemlich schwer, aber letztendlich schafft sie es natürlich. Und für ihre Enkelin gibt es eine neue Liebe, einen Anwalt aus der Kanzlei der Großmutter.