Bei einer großen Ausstellung 2022 geht es im LWL-Römermuseum Haltern um die damalige Kriegsführung. © Sieber/Pixabay
Ausstellung

Römermuseum Haltern darf besonderen Fund ausstellen

Das Römermuseum Haltern kann 2022 einen Teil der Archäologischen Landesausstellung zeigen. Höhepunkt ist dabei ein sensationeller Fund aus Haltern.

Unter dem Titel „Roms fließende Grenzen – Der Limes am Niederrhein“ startet am 30. September eine Archäologische Landesausstellung in Xanten. Ein Teil dieser Ausstellung soll im Jahr 2022 dann auch im Halterner Römermuseum gezeigt werden. Details und nähere Informationen dazu gibt es jedoch noch nicht.

Der Landschaftsverband Westfalen/Lippe (LWL) als Träger des Halterner Museums wollte sich bisher nicht zu der geplanten Ausstellung äußern. In etwa drei Wochen soll eine Pressekonferenz stattfinden. Einladungen dazu gibt es noch nicht. Aber der LWL sucht bereits im Anzeigenteil der „Zeit“ einen wissenschaftlichen Mitarbeiter.

Roms fließende Grenzen

Die Schau dreht sich um den niedergermanischen Limes (Grenzweg). Sie wird auch in Köln, Bonn, Xanten und Detmold stattfinden. Ein zentraler Geldgeber ist das Heimatministerium NRW. Interessant: Das Römermuseum Haltern hat es übernommen, von März bis Oktober 2022 die Kriegführung der Römer zu beleuchten.

Da passt es wunderbar, dass Praktikant Nico Calmund im Frühjahr 2019 einen wertvollen Dolch gefunden hatte. Das war eine Sensation, auch weil der passende Waffengürtel daneben lag. Jetzt sollen der Dolch und dieses Cingulum wohl im Mittelpunkt der Schau stehen. Außerdem baut das Römermuseum bis dahin ein Wachhaus auf, dessen etwa 9 mal 15 Meter großer Grundriss im Boden entdeckt worden war.

Gebäude auch als Escape Room nutzbar

Das Gebäude wird mit Hilfe der römischen Fachwerktechnik nachgebaut, wird aber keine Ähnlichkeit mit den schwarz-weißen Häuschen unserer Zeit haben. Die Römer haben alles verputzt. Besonderer Clou: Das römisch eingerichtete Torhaus wird auch als „Escape Room“ genutzt werden können – gebucht von Gruppen, die dann spielerisch daraus „flüchten“ müssen.

Höhepunkte der Landesausstellung in den anderen Häusern werden ein begehbarer Limes und Nachbauten von römischen Kriegsschiffen sein. Dabei wird sicher dem Archäologischen Park in Xanten schon wegen seiner schieren Größe eine besondere Rolle zukommen.

Der „nasse Limes“

Hintergrund der Ausstellungspläne ist der Antrag, den Niedergermanischen Limes auf die Weltkulturerbe-Liste der Unesco zu bringen. Der Antrag war 2020 eingereicht worden. Leider ist Haltern am See nicht Teil des Verfahrens, weil es zu weit entfernt liegt. Trotzdem hegt das Museum Sympathie dafür. Der Niedergermanische Limes führte von Remagen über Bonn und Köln nach Neuss, dann bis an die holländische Nordsee. Deswegen haben die Niederlande die Federführung des Antrags.

Das Römische Reich unternahm große Anstrengungen zur Sicherung seiner nordwestlichen Grenze. Hier gab es viele Niederlassungen, aber die eigentliche Grenze war der Rhein. Deshalb spricht man auch vom „nassen Limes“ im Gegensatz zum obergermanisch-raetischen Limes. Dieser ist bereits seit 2005 bei der Unesco als Kulturerbe gelistet.

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Kultur-Redaktion
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Bettina Jäger