Mit grimmiger Miene auf eisiger Piste: Mike McCann (Liam Neeson) fährt im Rennen gegen die Uhr. © Wild Bunch
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Spannungsmomente bei der Fahrt durch die Arktis mit „The Ice Road“

Im Thriller „The Ice Road“ steuert Liam Neeson einen Truck über das Polar-Eis. Der Clou, der den Spannungsfaktor ausmacht: Es ist ein Rennen auf Zeit, denn es geht um Leben und Tod.

Eigentlich folgt der Thriller „The Ice Road“ bloß dem Plot von Henri-Georges Clouzots Klassikers „Lohn der Angst“ (1953): Lastwagen mit dringlicher Fracht. Gefährliche Fahrt über schwieriges Terrain. Am Steuer sitzen todesmutige Kerle. Nicht alle werden am Zielort ankommen.

Weil wir in Nordamerika, im Kanada von heute sind, werden aus Lastwagen große 40 Tonnen-Monster. Der Dschungel macht Frost und Eis Platz. Neben Liam Neeson und Laurence Fishburne ist auch eine Indianerin (Amber Midthunder) unter den Truckern. Die Ice Road, die sie befahren, führt über einen zugefrorenen See, obwohl die Piste im April alles andere als sicher ist.

Explosion in der Mine bringt verschüttete Arbeiter in Not

Egal, sie müssen es wagen. In einer Mine im Norden kam es zu einer Methan-Explosion. Dutzende Kumpel wurden verschüttet, sie haben Luft für etwa 30 Stunden. Um sie zu retten, muss der Stollen angebohrt werden. Nur die Trucks können die tonnenschweren Bohrköpfe transportieren.

Im Regiestuhl saß Jonathan Hensleigh, von dem auch das Drehbuch stammt. Als Autor kommt er uns auch mit ausgelutschten Klischees, inszenatorisch aber spielt er gekonnt auf der Spannungsklaviatur.

Hensleighs Trucker hören Countrymusik, stellen Wackelfiguren aufs Armaturenbrett und träumen von einem Wagen, der ihnen allein gehört. So wie Mike McCann (Neeson) und sein Bruder Gurty (Marcus Thomas), der nach einer Kriegsverletzung im Irak einen Dachschaden hat.

Himmelfahrtskommando über die Ice Road bringt gutes Geld

Weil satter Lohn winkt, melden sie sich zum Himmelfahrtskommando über die Ice Road. Schwund ist einkalkuliert, drei Trucks sind besser als einer. Das Drehbuch scheucht die Fahrer durch einen Gefahrenparcours. Rissiges Eis, morsche Brücke, Motorschaden.

Und Heimtücke – McCann kriegt Witterung von einem mörderischen Komplott. Das zwar blumigster Kintopp ist, aber Schurken ins Spiel bringt, die der alte Haudegen Neeson abräumen darf. Zeitvertreibs-Kino. Wenig originell, aber immerhin kurzweilig.

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Kultur-Redaktion
Wie sagte "Mr. Chance": Ich gucke gern!
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