Die Fähnriche Rutherford (v.l.), Tendi, Mariner und Boimler. © CBS
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„Star Trek -“Lower Decks“: In Sternenflotte tummeln sich Scherzkekse

Die neue Amazon-Serie „Star Trek - Lower Decks“ bietet bloß Kinderkram in Trickfilm-Optik. Leider hapert es am Humor und die Weltall-Szenen sehen nicht wirklich nach Handarbeit aus.

Reizvolle Idee: Warum den heiligen Ernst im „Star Trek“-Universum nicht mal vergackeiern, Pathos und Pflicht durch den Kakao ziehen und Kirk und Co. durch ein paar Tunichtgute ersetzen? Das ist der Ansatz der Animationsserie „Star Trek – Lower Decks“, seit Freitag (22.1.) bei Amazon im Stream.

Mastermind hinter „Lower Decks“ ist Mike McMahan, der auch Drehbücher in der zehnteiligen ersten Staffel verantwortet. Seine Parole lautet „Wir machen Comedy“, und los geht es mit aufgekratzten Schnatter-Dialogen, als habe ein Woody Allen Pate gestanden.

Große Kodderschnauzen

Die größte Kodderschnauze gehört einer Dame, nämlich Fähnrich Mariner von der USS Cerritos, einem Schwesterschiff der Enterprise. Flankiert wird sie von Hauptfiguren wie dem Androiden Rutherford, dem Paragrafenreiter Boimler und der übereifrigen Tendi, die alles „Wow“ findet, obwohl die Truppe im Schiffsbauch logiert, in den lower Decks für nachrangiges Personal.

Jede Folge ist in sich abgeschlossen und kreist um kleinere Kalamitäten. Die Besatzung wird von einem Virus „zombiefiziert“, ein klingonischer Trunkenbold braucht eine Eskorte. Oder straffes Zeitmanagement macht den Faulpelzen an Bord das Leben schwer.

Dialoge verhandeln Kinderkram

Visuell steht „Lower Decks“ näher bei „Futurama“ und den „Simpsons“ als am deutlich realistischeren Star Wars-Ableger „The Clone Wars“: Ein farbenfroh kinderfreundlicher 2D-Comic-Look mit leicht stilisierten Figuren und eher schlichten Weltall-Szenen, die nach Handarbeit aussehen sollen, nicht nach Perfektion aus dem Rechner.

Am Humor hapert es: Die Dialoge sind zwar flott, verhandeln aber Kinderkram. Substanz, Esprit, schlagender Witz – alles Fehlanzeige. Einige ironische Spitzen gegen „Star Trek“ sind zu wenig, als dass ältere Semester auf ihre Kosten kämen.

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Kultur-Redaktion
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