„Wakanda Forever“ In der Fortsetzung von „Black Panther“ stehen Frauen in der ersten Reihe

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Da geht’s lang, sagt Winston Duke in der Rolle des Anführers M`Baku, nur einer der starken Afrikaner im fiktiven Königreich Wakanda, das seinen besten Mann, den von Chadwick Boseman gespielten Black Panther, verloren hat. © Marvel
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In „Wakanda Forever“ steht die Königin des afrikanischen Reiches Wakanda (Angela Bassett) in Genf vor den Delegierten und präsentiert lebende Beweise, dass französische Spezialkräfte eine Außenstelle ihres Landes überfallen haben.

Was die Franzosen dort wollten? Nun, was schon die Kolonialmächte wollten: Rohstoffe rauben. Hier also das seltene Supermetall „Vibranium“, das in diesem Film zum Handlungsmotor wird. Vibranium ist mit der Grund, warum Wakanda dem Rest der Welt technologisch voraus ist.

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Angela Bassett spielt Wakandas Herrscherin Königin Ramonda, jeder Zoll an ihr verrät Würde und Stolz. © Marvel

Monopol auf ein Metall

Auch Amerika giert nach dem Erz und setzt ein Schiff auf eine Lagerstätte am Meeresboden an. Es wird überfallen, die Crew getötet. Prompt klagen die USA die Herrscherin von Wakanda an, mit dem Überfall das eigene Monopol schützen zu wollen. „Wir waren es nicht“, spricht Königin Ramonda die Wahrheit.

Was täte Amerika, wenn es alleinigen Zugriff auf das Erz hätte, heißt es später. Nichts Gutes, lautet unausgesprochen die Antwort. Wakanda aber hat seine Trumpfkarte nie ausgespielt. Regisseur Ryan Coogler schlägt also kritische Töne an, überraschend für einen Marvel-Film, dessen Helden einst amerikanische Super-Patrioten waren.

Leute von Macht und Stolz

Auch sonst attestiert „Wakanda Forever“ den Afrikanern höhere Moral, dazu Verantwortung gegenüber anderen Mächten.

Der Vorgänger „Black Panther“ war nicht zuletzt ein Erfolg (1,3 Milliarden Dollar Einspielergebnis), weil er Schwarze als autonome Subjekte im Heldenkosmos etablierte, als Leute von Integrität, Macht und Stolz.

Ein Requiem für Boseman

Der neue Film macht genau da weiter, selbst wenn mit Chadwick Boseman als Black Panther die Leinwand-Verkörperung dieser Tugenden gestorben ist. „Wakanda Forever“ ist auch ein Requiem für Boseman. Figuren wie Ramonda und Prinzessin Shuri (Letitia Wright) dürfen ausgiebig trauern, tragen aber Zepter und Fackel weiter. Durch sie bekommt der Film eine spürbare weibliche Note.

Folklore trifft Hightech

In puncto Zeitgeist ist „Wakanda Forever“ voll auf der Höhe, da zieht Hollywood mehr oder minder schnell immer mit. Ob das ausgewachsenes „schwarzes“ Kino ist oder nur ein Comic-Blockbuster unter Beteiligung vieler Farbiger (gar „Blaxploitation 2.0“ wie böse Zungen sagen), steht auf einem anderen Blatt.

Tatsache ist, dass die afrikanischen Kostüme der Oscar-prämierten Ruth E. Carter ein Hingucker sind, dass folkloristisches Dekor und Hightech in den Wakanda-Sets gut zusammengehen.

Maya-Krieger reiten auf Walen

Fakt ist aber auch, dass der Film (160 Minuten) dramaturgische Längen hat, die Trauerarbeit um Boseman viel Zeit kostet. Der Konflikt, dann Krieg mit dem Volk der Unterwasser-Maya ist eher dünn motiviert, ein Nebenstrang um Martin Freeman schlicht überflüssig.

Schauwerte machen das halbwegs wett: Maya-Krieger, die auf Walen reiten, hat man noch nie gesehen.