Kolumne

Mindful Running: Joggen als Meditation

In der Leben-Kolumne schreibt Marc Bracht über Gesundheit und Wellness. Diesmal geht’s um Mindful Running, das achtsame Joggen.
Beim Mindful Running werden Sport und Meditation miteinander kombiniert. Eine wirksame Mischung. © Montage: Adobe Stock/Kaminski

Viele Jogger kennen das Phänomen des sogenannten „Runner’s High“, also dieses Hochgefühl, das sich bei der Laufrunde einstellt, und einen alles drumherum vergessen lässt. Wenn ich mal in diesen Tunnel komme, stelle ich fest, das Joggen ein hohes meditatives Potenzial hat. Mit Mindful Running, dem achtsamen Laufen, sogar noch mehr.

Mindful Running: Joggen und Achtsamkeit verbinden

Zugegeben, Achtsamkeit ist eines dieser Wörter, das viele von uns wahrscheinlich nicht mehr hören können. Es gibt einfach diesen esoterischen Anklang, der allerdings völlig unbegründet ist. Achtsamkeit ist mehr als Räucherstäbchen und ein inbrünstiges „Ooommm“.

Per Definition beschreibt Achtsamkeit einen Zustand der Geistesgegenwart, in dem ein Mensch hellwach die gegenwärtige Verfasstheit seiner direkten Umwelt, seines Körpers und seines Gemüts erfährt. Und genau das lässt sich prima aufs Laufen übertragen.

Die Laufrunde als Meditationseinheit

Und wie? Ganz einfach! Man sollte versuchen, alles ganz genau wahrzunehmen. Welche Geräusche lassen sich hören? Wie fühlt sich der Boden unter den Füßen an? Welche Gerüche gelangen in die Nase? Wie fühlt sich Körper an? Was passiert, wenn man kleinere Schritte macht?

Mindful Running lässt sich wunderbar ins normale Lauftraining einbauen. Und man tut damit nicht nur dem Körper, sondern auch dem Geist etwas Gutes. Denn mit dieser Methode lässt sich Stress abbauen. Das Stichwort hier: Mindfulness-Based-Stress-Reduction (MBSR), also Stressbewältigung durch Achtsamkeit.

Was ist MBSR?

Entwickelt wurde MBSR von dem Molekularbiologen Jon Kabat-Zinn. Seine bekannteste Übung ist der sogenannte „Bodyscan“. Dabei konzentriert man sich ganz bewusst auf verschiedene Areale des Körpers. Das klappt wunderbar beim Laufen – und funktioniert gänzlich ohne spirituellen Überbau.

Es ist ratsam, eine Routine in seine Achtsamkeitsübungen zu bekommen. So stellen sich auf Dauer positive Veränderungen ein.

Weitere Tipps und Themen rund um Gesundheit und Wellness unter:

www.ruhrnachrichten.de/leben