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Alexandre Bloch gab glänzendes Debüt

Konzerthaus Dortmund

Um Alexandre Bloch werden sich in den nächsten Jahren die großen Orchester und Konzerthäuser reißen. Auch das Publikum überschüttete den 27 Jahre jungen französischen Dirigenten Samstag im Konzerthaus Dortmund stehend mit Ovation. Das war ein glänzendes Debüt mit dem Concertgebouworkest - schon zwei Tage zuvor in Amsterdam.

DORTMUND

von Von Julia Gaß

, 14.10.2012
Alexandre Bloch gab glänzendes Debüt

Diesmal hatte sie nicht abgesagt: Anja Harteors sang im Konzerthaus Dortmund, und Alexandre Bloch dirigierte das Concertgebouworkest Amsterdam.

Auf den ersten Blick erinnert Bloch an den zwei Jahre älteren Robin Ticciati, aber Bloch ist etwas ruhiger. Mit kontrolliertem Dirigat und genauen Zeichen führte er das Orchester durch den Sinfonischen Hymnus "Teufel Amor" vom 30-jährigen Jörg Widmann. Unvermittelt stand das ausgedehnte, halbstündige Werk mit seinen immer wieder aufgleißenden Dissonanzen zwischen den Orchesterliedern und der Sinfonischen Dichtung "Tod und Verklärung" von Strauss.Harteros sang wie ein Engel

Anja Harteros sang die sechs Lieder - wie ein Engel. Für Strauss' Musik ist der kultivierte, sanft im Piano fließende Sopran der Sängerin, die ihre Weltkarriere am Musiktheater in Gelsenkirchen startete, eine Offenbarung. Die Kunst, ein Werk bis ins Detail auszuleuchten, beherrscht auch Bloch. Aus seiner Interpretation von "Tod und Verklärung" klang alles an Leidenschaft, Abgründen und hymnischer Größe, was dieses Klanggemälde braucht. Mit bohrender Intensität, viel Freude, weichen Armbewegungen und fast immer einem Lächeln, kitzelte das der Dirigent aus dem Orchester heraus.Jubiläumstournee Eröffnet hatten die Amsterdamer das Konzert zu ihrer Jubiläumstour zum 125-jährigen Bestehen mit einer Entdeckung, der Ouvertüre zu "Der Wiederspenstigen Zähmung" vom holländischen Strauss, Johan Wagenaar, zu dessen 150. Geburtstag. Vor allem der satte, runde Streicherklang des Orchesters ist immer wieder legendär. Das weiß wohl auch Bloch, denn als Zugabe dankte er mit einem Streicherwerk, dem "Letzten Frühling" von Grieg, das er ohne Taktstock mit viel Gefühl dirigierte. Für den Franzosen hat der Frühling auf den großen Bühne gerade begonnen.