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Berliner brachten Waldbühnen-Stimmung nach Dortmund

Konzerthaus Dortmund

21000 Menschen haben am Sonntag in der Berliner Waldbühne zugehört, als Yannick Nézet-Séguin die Berliner Philharmoniker durch eine tschechische Sommernacht geführt hat. Und ein paar Millionen waren live am Fernseher dabei. Ins Konzerthaus Dortmund passten bei der Wiederholung des Programms (ohne Dvoráks Violinkonzert mit Lisa Batiashvili, dafür mit der Streicherserenade von Dvorák) am Dienstag nur 1550 Zuschauer. Die waren aber genauso begeistert.

DORTMUND

, 29.06.2016
Berliner brachten Waldbühnen-Stimmung nach Dortmund

Yannick Nézet-Séguin spornt die Berliner Philharmoniker im Konzerthaus Dortmund mit einem Lächeln an.

Die populäre Werkauswahl, das Orchester, das als das beste in Deutschland gilt und erst zum zweiten Mal in Dortmund zu Gast war, und vor allem von der tolle Dirigent Yannick Nézet-Séguin, der scheidende Dortmunder Exklusivkünstler. rissen das Publikum zu Ovationen hin.

Smetanas "Moldau" hat Nézet-Séguin schon vor genau zwei Jahren mit dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks so groß und mächtig wie den Mississippi durch den Dortmunder Saal fließen lassen.

Auch die Berliner animierte er zu einem Breitwand-Klang: Vom Quellstrudel im Böhmerwald bis zur Mündung in die Elbe war diese Moldau ein Strom, der langsam und ruhig floss.

Eine Diva mit rundem, weichen Klang

Es muss nicht immer ein Spektakel sein, wenn ein temperamentvoller und charismatischer Dirigent wie der 41-Jährige Kanadier dirigiert. Und der designierte Chef der Metropolitan Oper weiß, was die Berliner brauchen: einen präzisen Dirigenten, der sorgfältig arbeitet.

Denn dieses Orchester kann eine Diva sein, spielt nicht immer makellos, hat dafür aber diesen besonderen, runden, weichen Klang.

Mitreißender Tanz

Die Starsolisten sitzen bei den Berlinern in den Holzbläsern. Die Blechbläsergruppe ist legendär, an diesem Abend hinterließ aber der geschlossene, süffige Streicherklang den größten Eindruck.

Dvoráks sechste Sinfonie war der Höhepunkt des Konzerts, in dem das Orchester unter der sehr differenzierten Leitung von Nézet-Séguin gelöst, und mitreißend aufspielte und im Finale höchst präzise zum wilden Tanz bat. Ein Slawischer Tanz von Dvorák schloss sich als Zugabe perfekt an. Da hörte man die Qualität dieses Eliteorchesters.

Großer Jubel und Waldbühnen-Atmosphäre in Dortmund - auch ohne die "Berliner Luft", die der Kanadier in der Hauptstadt im Deutschland-Trikot dirigiert hat.

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