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David Garrett spielt den Soundtrack seines Lebens

Philharmonie Essen

"Daaaavid, willst Du mich heiraten?" Diese Frage eines Fans vom dritten Balkon am Donnerstag in der lange ausverkauften Philharmonie Essen wollte Stargeiger David Garrett "später klären". Für die Zuschauerin war das Konzert damit jedoch zu Ende; ein Saaldiener komplementierte sie hinaus. Verpasst hat sie den Soundtrack von David Garretts Leben und ein virtuose Feuerwerk.

ESSEN

, 27.05.2016
David Garrett spielt den Soundtrack seines Lebens

David Garrett mit Pianist Julien Quentin. Am Donnerstag spielte das Duo in der Philharmonie Essen.dpa

Nach seinem Brahms-Sonaten-Abend 2015 kam der Cross-Over-Geigenrebell mit einem klassischen Programm zurück. "Es ist der Soundtrack meines Lebens. Ich schreibe gerade meine Biografie und hatte viel Zeit, über Stücke, die mir wichtig sind, nachzudenken", erzählte der 35-Jährige in Boots, T-Shirt und Jackett seinen Fans.

Junges Publikum war jedoch in der Minderheit: Zum Taschengeldpreis gibt es Garrett nicht; die Karten kosten zwischen 65 und 115 Euro.

Fliegende Finger

Die Violinsonate von César Franck habe er mit zwölf Jahren zum ersten Mal gehört und sich in diese Musik verliebt, erzählte Garrett. Als sanfter Virtuose spielte der gebürtige Aachener die vier Sätze - sehr romantisch, mit viel Gefühl und Ruhe. Der zweite Teil des Programms war unterhaltsamer und abwechslungsreicher.

Da trumpfte der Virtuose Garrett auf - auch mit Rimsky-Korsakows "Hummelflug", mit dem er als schnellster Geiger der Welt im Guinnessbuch der Rekorde steht. Entspannt lächelnd ließ er die Finger über die Saiten fliegen; technisch macht diesem Geiger so schnell keiner etwas vor. Viel Üben und Disziplin, die die Eltern gefordert haben, hätten ihn so weit gebracht, erzählte der Geiger. Garretts Vater, der im Parkett saß, wird das gerne gehört haben.

Feuerwerk eines Virtuosen

Natürlich gehörten der berühmte Csárdás von Monti, Fritz Kreislers Griffbrett-Kapriolen und der wilde Kobold-Tanz von Bazzini zu dem Feuerwerk des Supervirtuosen. Alles mit Bravour gespielt.

Aber auch elegische Werke wie die Melodie von Tschaikowsky, die der Geiger früher als Hausmusik mit dem älteren Bruder am Klavier geliebt habe, spielte er zum Dahinschmelzen schön auf seiner Stradivari. Statt des Bruders sitzt nun Julien Quentin am Klavier - ein zuverlässiger Fels in allen virtuosen Brandungen und ein Begleiter, der Garrett nie die Schau stiehlt.

Paganini fehlte

Kurioserweise kam dieser Soundtrack eines Geiegerlebens ganz ohne Werke von Paganini aus, den Garrett 2013 auf der Leinwand gespielt hat. Aber nach nur einer Zugabe war sehr abrupt Schluss.

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Am 22. November ist David Garrett mit seiner "Explosive"-Live-Show in der Dortmunder Westfalenhalle zu Gast.

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