Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Denkmal Zeche Pluto ist in Gefahr

Abriss droht

Ihr Förderturm erinnert stark an den berühmten Doppelbock der Zeche Zollverein in Essen. Kein Wunder: Der Entwurf stammt ebenfalls von den Architekten Fritz Schupp und Martin Kremmer. Doch anders als Zollverein, droht der Zeche Pluto in Herne nun der endgültige Verfall.

HERNE

, 20.06.2016 / Lesedauer: 3 min
Denkmal Zeche Pluto ist in Gefahr

Die Zeche Pluto in Herne. Sie sieht Zolllverein in Essens zum Verwechseln ähnlich. Doch Pluto abgerissen werden.

Hoch ragt er über die Baumwipfel in Herne-Wanne hinaus - der Förderturm der Zeche Pluto, stolze 56 Meter hoch und damit einen Meter höher als sein Vorbild, der Doppelbock auf Zollverein in Essen.

Doch der Förderturm, der mittlerweile zum Identifikationssymbol vieler Anwohner geworden ist, ist in Gefahr. Die Ruhrkohle AG (RAG) hat bei der Stadt Herne beantragt, die Zeche Pluto von der Denkmalliste zu streichen. "Ziel ist es wohl, den Abriss zu ermöglichen", so Stadtsprecher Christoph Hüsken.

Sanierung und Unterhalt sind zu teuer

Solange die Gebäude unter Denkmalschutz stehen, ist ein Abriss nicht möglich. Vielmehr ist die RAG als Eigentümerin der Gebäude zu deren Instandhaltung verpflichtet.

Laut RAG-Sprecher Ulrich Aghte seien aber der Förderturm, die Schachthalle sowie das Maschinenhaus marode und einsturzgefährdet, eine Sanierung und der künftige Unterhalt seien unverhältnismäßig teuer. "Eine Sanierung würde sicher einen zweistelligen Millionenbetrag kosten", sagt Aghte: "Das ist einfach nicht wirtschaftlich."

Haftungsrisiko zu groß

Die Gebäude der ehemaligen Zeche Pluto wurden 1999 unter Denkmalschutz gestellt. Schon damals war die RAG laut Sprecher Aghte gegen die Verpflichtung zur Instandhaltung. "Wir wollten die Verantwortung nicht", so Aghte.

Die Wirtschaftlichkeit sei schon 1999 nicht mehr gegeben gewesen. "Die RAG konnte die Gebäude nicht mehr nutzen. Vermarkten, also verkaufen oder vermieten konnten wir sie auch nicht. Niemand wollte sie haben", so Aghte. Also war das Unternehmen an die leer stehenden Gebäude gebunden.

Vor dem Verfall bewahrt

Im Laufe der Jahre wurden nur die nötigsten Baumaßnahmen getroffen, um Förderturm, Schachthalle und Maschinenhalle vor dem absoluten Verfall zu bewahren. 2007 wurden Fangnetze an der Fassade der Schachthalle angebracht, da dort immer wieder Teile herunter fielen.

Mittlerweile sei der Verfall so stark, dass die RAG den Abriss ermöglichen will. "Wir können und wollen keine Haftung mehr für das übernehmen, was dort passieren könnte", sagt Unternehmenssprecher Aghte. Deshalb der Antrag auf Streichung von der Denkmalliste.

Keine staatlichen Beihilfe-Mittel

Tatsächlich würde die Ruhrkohle AG die Schachthalle dann gerne abreißen. Der Förderturm nach dem berühmten Vorbild könnte theoretisch erhalten bleiben, "die RAG kann den Turm aber nicht erhalten. Wenn jemand das tun möchte, bitte", sagt Aghte. Doch bisher hat sich noch kein Investor oder Stifter gemeldet.

Staatliche Beihilfe-Mittel könne die RAG für den Erhalt von Denkmälern nicht verwenden. "Das Geld ist für den Steinkohleabbau, nicht für Denkmalpflege", sagt Aghte. Was nun mit Zeche Pluto passiert, liegt also in der Hand der Denkmalbehörde. Wann eine Entscheidung fällt, weiß auch Christoph Hüsken von der Stadt Herne nicht.

Zahlen zur Zeche Pluto:

  • Im Jahr 1860 wurde der Betrieb auf Zeche Pluto aufgenommen.
  • Während einer umfassenden Modernisierung der Zeche zwischen 1953 und 1963 wurde am Schacht 2 der 56 Meter hohe Förderturm errichtet.
  • Vorbild war der ebenfalls von Fritz Schupp und Martin Kremmer entworfene Doppelbock auf Zeche Zollverein in Essen.
  • Seit 1976 ist Zeche Pluto nicht mehr in Betrieb.