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Gahlenscher Kohlenweg wird an den Himmel gemalt

Ruhr.2010

BOCHUM Wer am Mittwochabend den Blick zum Himmel richtet, wird für wenige Minuten den Gahlenschen Kohlenweg als feine Linie in der Luft erblicken. Den historischen Transportweg zwischen Hattingen und Dorsten wollen der Bochumer Künstler Nol Hennissen und Kunstflieger Dr. Jens Owczarek ab 19 Uhr an den Himmel malen.

von Von Anne-Kathrin Neumann

, 19.05.2009 / Lesedauer: 3 min

Damit leisten sie einen Beitrag für das Gemeinschaftsprojekt "Der Gahlensche Kohlenweg - Kunststraße wird Straße der Kunst", mit dem Kunstvereine der Region im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010 den historischen Handelsweg in Erinnerung rufen wollen. Auf 600 Metern Höhe wird der Pilot am Mittwoch den ursprünglichen Verlauf des Kohlenweges abfliegen und dabei eine Spur aus Rauch hinterlassen. "Ich bin sozusagen der Bleistift", verkündet Owczarek und erklärt die Technik, mit der er für etwa drei Minuten den historischen Verlauf des Weges am Horizont sichtbar machen wird: "An Bord meines Einsitzer-Flugzeuges (Laser Z 200) habe ich einen Tank mit flüssigem Wachs deponiert. Der wird in den Auspuff gespritzt und verbrennt dann."Kunstflieger Jens Owczarek steht vor einer großen Herausforderung

Obwohl Owczarek auf Loopings und halsbrecherische Schrauben verzichten muss, betrachtet er diesen Flug als echte Herausforderung: "Ich habe nur für etwa zehn Minuten genügend Wachs im Tank. Dabei muss ich eine konstante Geschwindigkeit von ca. 270 Stundenkilometer einhalten und darf die Route nicht vergessen."Der Gahlensche Kohlenweg war im 18. Jahrhundert ein Wirtschaftsweg 

Die ist nämlich mit dem bloßen Auge nicht mehr ganz so deutlich erkennbar. Der ursprüngliche Verlauf des Weges gehört ebenso der Vergangenheit an wie seine einstige Nutzung. Zwischen 1766 und 1772 wurde mit Pferd und Wagen Kohle von den Hattinger und Stiepeler Zechen zum Lippe-Hafen in Gahlen transportiert. Der Weg führte in Süd-Nord-Richtung über die Ruhr nach Bochum, Herne, Gelsenkirchen bis Dorsten. "Mit unserer Flug-Aktion können wir diesen Weg endlich wieder sichtbar machen für die Menschen", freut sich Hennissen. Wenn auch nur für einen ganz kurzen Augenblick, wie der niederländische Künstler hinzufügt: "Natürlich kann man die Zeichnung aus Rauch nur kurz genießen. Aber auch das Vergängliche ist interessant. Nicht alles ist schließlich für die Ewigkeit bestimmt."

Nol Hennissen möchte den Gahlenschen Kohlenweg sichtbar machen

Zuschauer werden gebeten, bei der Flug-Aktion am Mittwoch vom Boden aus Fotos von der Kunst-Aktion für eine spätere Ausstellung des Künstlers Nol Hennissen zu machen.  Der Gahlensche Kohlenweg - Ein Projekt für die Kulturhauptstadt 2010 Unter dem Motto „Der Gahlensche Kohlenweg – Kunststraße wird Straße der Kunst“ rufen fünf Institutionen aus der Region im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010 den historischen Transportweg in Erinnerung, darunter der Dorstener Kunstverein virtuellvisuell, die Galerie Januar aus Bochum, sowie drei weitere Kunstvereine aus Hattingen, Herne und Gelsenkirchen. Mit Werken zeitgenössischer Künstler machen sie den Verlauf der ehemaligen Handelstraße sichtbar. Einige der künstlerischen Installationen können bereits bestaunt werden:

  • Auf der Ruhr in Hattingen schwimmt die Skulptur „Observer“ von Thomas Klegin. Der Künstler hat sie aus Bojen, Schiedrichterstühlen und Spiegeln zusammengesetzt.

  •  Helmut Bettenhausen präsentiert in Herne eine Installation, die christliche und islamische Symbole miteinander vereint.

  • Nol Hennissen hat in Gelsenkirchen ein Wegezeichen in Form eines Pfeils auf einem Rasenstück eingebrannt.

  • Eine Skulptur aus Kohle und Stahl der Seifenblasen entweichen, hat Hermann J Kassel in Dorsten gestaltet. 

Historischer Kohlenweg auf einer größeren Karte anzeigen

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