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Grüner Wasserturm an der Jahrhunderthalle blinkt jetzt weiß

Lichtkunstwerk

Der grüne Wasserturm an der Bochumer Jahrhunderthalle gehört zu den bekanntesten Landmarken des Ruhrgebiets. Um so überraschender, dass er neuerdings nachts weiß leuchtet. "Dazu gehört ein Trick", sagt Lichtkünstler Mischa Kuball. "Ich habe mit Komplementärfarben gearbeitet."

BOCHUM

von Von Bettina Jäger

, 26.08.2013
Grüner Wasserturm an der Jahrhunderthalle blinkt jetzt weiß

Wasserturm wird zum Leuchtturm: Die Landmarke an der Bochumer Jahrhunderthalle blinkt jetzt weiß.

Der Wasserturm ist jedoch nur ein Aspekt der Installation des Künstlers, die er für das Festival Ruhrtriennale geschaffen hat. "Agora/Arena" heißt diese Arbeit, die er seit einem Jahr vorbereitet hatte. Die Agora war im antiken Griechenland der zentrale Versammlungsplatz einer Stadt. Hier diskutierten die Bürger, hier wurde Gericht gehalten.Bürger erobern sich die Plätze zurück

Grundsätzlich geht es dem Künstler um die Rückeroberung solcher - heute meist menschenleerer - Plätze durch den Bürger. Speziell das Foyer der Jahrhunderthalle mag Kuball nicht. Es sei ein "No Go", sagte er schon im August im Gespräch mit dieser Zeitung: "Eine ästhetische Negation dessen, was an diesem Ort eigentlich passiert." Um den leeren Platz vor der Jahrhunderthalle zum Treffpunkt zu machen, hat er dort eine Tribüne aufgebaut - ein 7,50 Meter hohes schneeweißes Bauwerk, auf dem die Besucher Platz nehmen und plaudern können. Kuball: "Ich wollte den Vorplatz neu thematisieren." Ein 25 Meter langer Lichtpfad führt ins Innere des Gebäudes. Sechs Scheinwerfer lassen blaue und weiße Lichtpunkte über den Eingang laufen - die Ankommenden geraten in diese Spots und werden Teil einer Inszenierung.

Wasserturm wird zum Leuchtturm

Dazu passt, dass der grüne Wasserturm nachts nicht nur weiß erscheint, sondern wie ein Leuchtturm blinkt und die Menschen zur Kunst zu locken scheint. Im gleichen Rhythmus pulsiert das Licht auf den beiden Kühltürmen hinter der Halle.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Die Installationen der Ruhrtriennale

Das Festival Ruhrtriennale bietet von 23. August bis 6. Oktober 2013 viele Höhepunkte - darunter zahlreiche Kunstinstallationen, die kostenlos zu erleben sind. Intendant Heiner Goebbels hat aber auch spektakuläre Theater-Ereigenisse ins Ruhrgebiet geholt.
23.08.2013
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Die Künstler Hannes Koch (l.) und Florian Ortkrass (r.) vom Londoner Studio rAndom International stellten ihren "Tower" im Gespräch mit Katja Aßmann von Urbane Künste Ruhr vor.© Foto: dpa
Das Wasser fällt aus 19 Metern Höhe herab und wird wieder hochgepumpt. Insgesamt ist die Installation 26 Meter hoch.© Foto: dpa
Kunst für Mutige: Wer den "Tower" betritt, wird in Sekundenschnelle pitschnass. © Foto: dpa
Spaß macht es trotzdem. Gut ausgerüstet ist man mit Regencape und Flipflops.© Foto: dpa
Die Installation "Test pattern" (100 m Version) des japanischen Künstlers Ryoji Ikeda
im Landschaftspark Duisburg-Nord ist extrem sehenswert.© Foto: dpa
Vor allem Kinder haben hier viel Spaß. © Foto: dpa
Die Bilder auf dem Fußboden wechseln in schneller Folge.© Foto: dpa
Spaß macht auch, hier nur ruhig zu stehen oder zu sitzen. © Foto: dpa
Das ungewöhnliche Kunstwerk dürfte in Windeseile viele Besucher finden.© Foto: dpa
"Nowhere and Everywhere" heißt die Installation des des US-amerikanischen Choreografen und Künstlers William Forsythe. © Foto: dpa
Der Besucher soll hindurchgehen, ohne die Pendel zu berühren.© Foto: dpa
Das ist gar nicht so einfach, wie auch Triennale-Chef Heiner Goebbels schnell feststellen musste. Aber er schlug sich gut.© Foto: dpa
Gobebbels stellte zur Eröffnung auch den schottischen Künstler Douglas Gordon vor, der eine Installation auf der Kokerei Zollverein realisiert hat. © Foto: dpa
Gordon kommt aus Schottland.© Foto: dpa
Seine Installation "Silence, Exile, Deceit" ist ausgesprochen unheimlich. © Foto: dpa
Kunstnebel steigt aus den riesigen Trichtern empor.© Foto: dpa
Die Installation bietet auch interessante Videos.© Foto: Studio lost but found / Frederik Pedersen
Wer die Mischanlage besucht, kann auch die tolle Aussicht vom Dach über die gesamte Kokerei Zollverein genießen.© Foto: Jäger
Der rumänische Künstler Dan Perjovschi hat das Foyer der Bochumer Jahrhunderthalle mit seinem Kreidezeichnungen zu einem Ort auch politischer Auseinandersetzung gemacht. © Foto: dpa
An der Jahrhunderthalle Bochum gibt es eine Lichtkunst-Installation von Mischa Kuball. Der bekannte grüne Wasserturm blinkt jetzt weiß.© Foto: Jäger
Der Künstler hat mit einem Trick gearbeitet. Die grüne Farbe wirkt weiß, weil er sie mit Komplementärfarben anstrahlt.© Foto: Jäger
Auch den Zugang zur Jahrhunderthalle hat Kuball mit Licht-Spots gestaltet. © Foto: Achim Kukulies/Ruhrtriennale
Sogar die Kühltürme hinter der Jahrhunderthalle werden jetzt anders angestrahlt. Auch hier blinkt das Licht - im selben Takt wie am Wasserturm.© Foto: Achim Kukulies
Die Arbeit von Kuball passt gut zu den Kreidezeichnungen, die Dan Perjovschi aus Rumänien im Foyer der Halle hinterlassen hat. Auf den schwarz gestrichenen Wänden breiten sich seine pfiffigen, politisch-kritisch Kommentare zur Lage Europas aus. Man spürt, wie beide Künstler die edle, kühle Architektur der Halle aufbrechen, endlich mal lebendig machen wollen.

Mischa Kuball: "Agora/Arena", Jahrhunderthalle Bochum, umsonst und draußen. Dan Perjovschi: "www 2013", bei Vorstellungen im Foyer (Eintritt frei) oder ständig durch die Fenster zu sehen. Beides bis 6. Oktober.

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