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"Kabale und Liebe" mit einer singenden Wirtin

Grillo-Theater Essen

Nicht behutsam aktualisiert, sondern ganz plakativ und mit viel Aktionismus hat Martina Eitner-Acheampong Friedrich Schillers "Kabale und Liebe" im Essener Grillo-Theater in Szene gesetzt. In einer Art Einkaufspassage mit Kneipe (Bühne: Jan Steigert) ist die Geschichte der zum Scheitern verurteilten Liebe angesiedelt: Präsidentensohn und Bürgertochter geht nicht.

ESSEN

von Von Britta Helmbold

, 26.03.2012
"Kabale und Liebe" mit einer singenden Wirtin

Zwei Liebesständchen bringt Präsidentensohn Ferdinand (Johann David Talinski) seiner Luise (Lisa Jopt).

Und damit das gleich klar ist, singt Eva Kurowski eines ihrer schrägromantischen Lieder, begleitet von zwei Musikern. Mit der singenden Wirtin fügt die Regisseurin dem von ihr reduziertem Schillerschen Personal eine überflüssige Figur hinzu. Der Text ist radikal modernisiert und mit Albernheiten gespickt. Überhaupt scheint die Regie an der Verständlichkeit der Dichter-Worte zu zweifeln und greift zur Illustration mit Holzhammer-Methode, die man spaßig finden kann, aber nicht muss. Präsident und Sohn favorisieren unterschiedliche Lebensmodelle - und dies verdeutlicht dann ein Wettbewerb, bei dem Sohn und Sekretär Krawatten binden, Seilchen springen und Teller auslecken, um zu sehen, wer ein richtiger Kerl ist.Viel Applaus Die Regie-Einfälle dehnen die Aufführung auf fast drei Stunden. Doch das überzeugende Ensemble entschädigt das Publikum und erntete bei der Premiere am Samstag viel Applaus. Jan Pröhls Präsident nimmt man den Machtgeilen ab - ebenso wie David Simons Sekretär den Schleimer. Stefan Dikmanns Hofmarschall von Kalb gibt eine prächtige Knallcharge. Johann David Talinskis Ferdinand wandelt sich vom Verliebten zum eifersüchtig Rasenden. Lisa Jopts Luise ist eine verzweifelt Liebende, der allerdings das jugendlich Mädchenhafte fehlt.

Termine: 29.3.; Karten: Tel. (0201)812 22 00.

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