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Kirche verbittet sich Lichtinstallation

GELSENKIRCHEN Die Chance, mit Kunst Zeichen zu setzen, hat Deutschlands größte katholische Kirchengemeinde verpasst. Kategorisch lehnte die Propstei St. Urbanus in Gelsenkirchen-Buer eine spitze Lichtinstallation auf dem Kirchturm ab, dem seit einem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg die Turmhaube fehlt. "Man hatte nicht den Mut dazu", bedauert Designer Uwe Gelesch.

von Von Bernd Aulich

, 24.11.2010
Kirche verbittet sich Lichtinstallation

Der Kohlebrocken von Kirsten Kaiser im Kubus wird Freitag (15.7.) abgehängt.

Es ist nicht die einzige originelle Idee, die sich entlang der historischen Trasse des Gahlenschen Kohlenweges nicht verwirklichen ließ. Nicht einmal mit ministerieller Hilfe gelang es, Dirk Schlichtings Installation "Stellenweise Seitenwind" mit zwei Windsäcken an der Stadtgrenze Herne / Bochum durchzusetzen. Die Behörden befürchteten, dass Autofahrer abgelenkt würden.

Die beiden gescheiterten Vorhaben sind in der Ausstellung "Kohlen-Kunst-Transfer" im Kunstmuseum Gelsenkirchen zu sehen - zusammen mit Arbeiten von zwölf Künstlern, die mit künstlerischen Interventionen in der Stadtlandschaft den 1766 angelegten Gahlenschen Kohlenweg zwischen Ruhr und Lippe als prägnantes Beispiel für den Wandel der Ruhrregion ins Bewusstsein gerückt haben. Das von fünf Kunstvereinen getragene Ruhr.2010-Projekt soll fortgesetzt werden.Riesige Putztücher

Die beteiligten Künstler konnten selbst entscheiden, womit sie sich präsentieren. Das schwarze Gold, das aus Kleinzechen im Tagebau an der Ruhr mit Pferdekarren bis nach Gahlen transportiert wurde, ist allgegenwärtig. Ob im Modell einer Installation, die Kirsten und Peter Kaiser im Zentrum von Dorsten verwirklichten, oder in den mobilen Raumstrukturen zur Besiedelung von Bergehalden, die Helmut Bettenhausen als geistiger Vater der Kunststraße ersann. Aus dem Rahmen fallen riesige Putztücher, aus deren Dreck-Belag Klaus Dauven kitschige Naturmotive freigekratzt hat.

"Kohlen-Kunst-Transfer - Gahlenscher Kohlenweg", Kunstmuseum Gelsenkirchen, Horster Straße 5-7, 26. 11. (19 Uhr) bis 23. 1., Di-So 11-18 Uhr. www.gahlenscher-kohlenweg.de