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Maximilian Schell in seiner letzten Rolle in Schillers "Räuber"

Im Kino

Er habe ja schon zwei Filme auf dem Kerbholz, meint Frank Hoffmann (Foto), Intendant der Ruhrfestspiele. Durch die Theater-Arbeit sei das Kino aber ins Hintertreffen geraten. Bis er nun „Die Räuber“ realisiert habe, seinen dritten Film, der am 19. März ins Kino kommt.

DÜSSELDORF

, 11.03.2015
Maximilian Schell in seiner letzten Rolle in Schillers "Räuber"

Maximilian Schell spielt in den »Räubern« seine letzte Rolle, einen Bankier.

Frei nach Schiller, so das Filmplakat. „Sehr frei“ nach Schiller, sagte Frank Hoffmann bei der NRW-Premiere der „Räuber“ am Dienstag im Düsseldorfer „Metropol“. Hoffmann schrieb an Erick Malabrys Drehbuch mit, Pol Cruchten war sein Co-Regisseur.  

Von Schiller borgt sich der Film die Personen-Konstellation und manches Zitat. Hoffmann verlegt die Handlung in die Moderne, in die Welt der Hochfinanz, wo Schurken Maßanzüge tragen und in mondänen Büros krummen Geschäften nachgehen.  

Schell als Bankier  

Maximilian Schell (seine letzte Rolle) spielt einen Bankier, Patriarch einer zerstrittenen Sippe. Sein Sohn Karl (Eric Caravaca) hat drei Jahre Haft wegen Unterschlagung abgebrummt. Er gab den Sündenbock, um Firma und Familie zu retten. Sein ungeliebter Bruder Franz, ein Windhund und Intrigant, macht Stimmung gegen Karl. Er sitzt im Verwaltungsrat und betreibt die Fusion mit einem anderen Bankhaus.

Karl will sich rächen an Franz. Wieder in Freiheit tut er sich mit einer kriminellen Bande, den Räubern, zusammen. Sie kidnappen einen Bankier, erpressen Millionen und Beweise, dass Franz in Geldwäscherei verstrickt ist.  

Straff erzählt  

Das ist straff und konzentriert erzählt, in knappen Dialogen. Ballast und Nebenstränge gingen über Bord, die Inszenierung greift flott nach vorne aus.

„Die Räuber“ ist ein gefühltes Kammerspiel in edlem Dekor. Unter glänzenden Oberflächen gähnen menschliche Abgründe. Tragik-umflorte Figuren im Halbschatten: Szenenbild und Lichtkonzept sind exquisit.

Der Ambient-Maestro Michael Rother hat dazu eine Musik komponiert, die dem Film einen Puls gibt. Kalt-warme Flächen wechseln mit rhythmisch tickender Thriller-Spannung. Familien-Drama und Parabel auf die Amoralität der Finanzhaie. Eine selbstbewusste, sehenswerte Schiller-Übermalung.

 

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