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Oratorium über Nikolaus Groß

Heucke-Uraufführung bejubelt

DUISBURG Das Schicksal des Widerstandskämpfers Nikolaus Groß hat die Menschen 1945 erschüttert. Ähnlich erschütternd ist das Oratorium des Bochumer Komponisten Stefan Heucke über das Leben des Märtyrers.

von Von Julia Gaß

, 09.10.2011
Oratorium über Nikolaus Groß

Komponist Stefan Heucke.

Am Freitag, am zehnten Jahrestag der Seligsprechung von Nikolaus Groß, wurde das vierteilige Werk in der Mercatorhalle Duisburg unter großem Jubel im Beisein von Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert und fünf der sieben Kinder von Nikolaus Groß uraufgeführt.Existenzielle Fragen

Zwei existenzielle Fragen stellen Heucke und sein Bruder Clemens Heucke als Textdichter zu Beginn: "Was ist der Mensch? Was vermag der Mensch?" Das Leben des Seligen erzählen sie im ersten Teil des 80-minütigen Werks. Der zweite Teil ist ein biblisches Bild von Engeln, die sieben Schalen des Zorns Gottes auf der Erde ausschütten. Der dritte Teil verhandelt die Verhaftung durch die Nationalsozialisten, der vierte sehr erschütternd Prozess und Hinrichtung.Mitreißende Kraft Als Leitchoral lässt Heucke "Gott wohnt in einem anderen Lichte" von Jochen Klepper durch das Werk wandern. Da hört man weniger die Bezüge zu Brahms (im Eingangschor), zu Bach (in Chorälen und im Chor der Gerechten am Schluss mit dem Philharmonischen Chor Duisburg) und zu Verdi. Die Kraft von dessen Requiem hat die bildhafte Vertonung von Gottes Zorn in Blitzen, Donner, Erdbeben. Damit stellt sich Heucke, der musikalische Traditionalist, in eine Oratorientradition, die Nähe zu Haydn und Händel hat.Melodiöse Komposition 

Melodiös komponiert der Bochumer und trotzdem zeitgemäß. Er führt die Stimmen der Figuren (Tilman Lichdi Caroline Melzer, Sebastian Noack, Sami Luttinen) exzellent. Bildhaft klingt das im Chor der Kinder Groß, eindringlich im melodramatischen Schlussgebet des Seligen. Und das Orchester (Duisburger Philharmoniker unter Leitung von Graham Jackson) lässt Heucke sehr farbig schillernd klingen.

Der Gewalt des Werks kann man sich nicht entziehen. Am Schluss steht ein Choral der Kinder (Mädchenchor Essen). Die Hoffnung. Das Vermächtnis des Seligen. 

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