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Ruhrtriennale soll wie eine Reise in ein neues Land sein

Interview mit Heiner Goebbels

Heiner Goebbels . Heute wird die Ruhrtriennale in der Bochumer Jahrhunderthalle eröffnet. Intendant (Foto) spricht im Interview über die Stimmungslage vor dem Auftakt, seinen 60. Geburtstag und wie Experimente gelingen können.

BOCHUM

von dpa

, 16.08.2012 / Lesedauer: 2 min
Ruhrtriennale soll wie eine Reise in ein neues Land sein

Ruhrtriennale-Leiter Heiner Goebbels wandte sich gegen reine Markt-Orientierung.

Die Triennale beginnt an Ihrem 60. Geburtstag. Zufall oder Absicht? Es ist tatsächlich Zufall, aber es war mir gar nicht unlieb, weil ich ungern Geburtstag feiere und vermute, Freitag gar nicht dazuzukommen.

Was soll das Publikum von der Ruhrtriennale mitnehmen? John Cage hat mal gesagt, besser als Dinge zu verdeutlichen sei es, den Leuten eine Erfahrung zu ermöglichen. Und die Erfahrung sollte so neu sein wie die Reise in ein neues Land oder als ob man sich im Wald verirrt. Dem schließe ich mich sofort an.

Sie gelten als Mann der Experimente. Bleiben Sie diesen treu? Es ist für mich wichtig, an etwas zu arbeiten, von dem ich vorher noch nicht weiß, wie es endet. Alles andere würde mich langweilen. Man kann das Experiment nennen, obwohl ich versuche, die Arbeiten letztlich auch ins Ziel zu bringen. Man sollte sein Publikum nicht an den Irrtümern beteiligen, die man notwendigerweise im Prozess begehen muss. Die müssen vorher gemacht werden. Deswegen fange ich immer früh an - ein, zwei Jahre vor einer Premiere. Bei einem solchen Vorlauf ist experimentieren nicht ganz so gefährlich.

Anfang September steht ein weiterer wichtiger Termin an: die Verleihung des Ibsen-Preises in Oslo, der bedeutende und mit 330 000 Euro wohl höchstdotierte Theaterpreis der Welt. Wie bedeutend ist die Auszeichnung für Sie? Sehr. Die Auszeichnung ist eine große Ehre. Es hat mich sehr überrascht, dass die Wahl auf mich gefallen ist, und das bewegt mich immer noch.

Sie leben in Frankfurt und derzeit auch in Essen, sie lehren an der Universität in Gießen, arbeiten aber vor allem international. Ist deshalb Ihre Homepage komplett in Englisch? Der weitaus größte Teil meiner Aufführungen findet nicht im deutschsprachigen Raum statt - nur fünf Prozent, schätze ich. Ich lebe seit genau 40 Jahren auch deswegen gerne in Frankfurt, weil es einen guten Flughafen hat, von dem man überall ohne umzusteigen hinfliegen kann.