Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Westfälisches Landestheater trauert um Herbert Hauck

Intendant gestorben

Intendanz und Ensemble des Westfälischen Landestheaters trauern um Ihren ehemaligen Künstlerischen Leiter und späteren Intendanten Herbert Hauck, der kürzlich im Alter von 83 Jahren verstorben ist. Herbert Hauck war in seiner Funktion am WLT 18 Jahre tätig. Von 1979 - 1996 brachte er einige, für das WLT heute noch wegweisende Änderungen auf den Weg.

08.12.2014
Westfälisches Landestheater trauert um Herbert Hauck

Herbert Hauck starb mit 83 Jahren.

Unter anderem wurde das Kinder- und Jugendtheater unter seiner Intendanz trotz ständiger finanzieller Bedrohung eines der anerkanntesten und fortschrittlichsten Ensembles Deutschlands. Mit dem interkulturellen Ansatz war das WLT bereits in den 80ern Vorreiter in diesem Bereich. Herbert Hauck war von Hause aus sehr musikalisch und brachte sein Interesse für Kabarett, Revuen und Chansons mit in seine Intendanz. Ihm ist es zu verdanken, dass das WLT bis heute eine intensive musikalische Prägung aufweist – 1983 schuf er die Stelle des musikalischen Leiters und engagierte Tankred Schleinschock, der dem Haus bis heute treu geblieben ist. Schleinschock und Hauck entdeckten die gemeinsame Begeisterung für alljährlich stattfindende große Revuen, die seither fester Bestandteil des Spielplans sind.

Der Wunschtraum Herbert Haucks war, das WLT als ein „Kulturzentrum” im Ruhrgebiet zu etablieren. Dafür hatte er die beste Herangehensweise: Wie heute noch langjährige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen berichten, verfügte er über das Talent, vorhandene Potentiale im Haus vielfältig zu nutzen und zu fördern. Er war in der Lage, das Beste aus jedem „heraus zu kitzeln“. Die erfolgreichsten Inszenierungen seiner Intendanz waren Brecht/Weill „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny”, Frisch „Andorra”, Hauptmann „Die Weber”, Brecht „Leben des Galilei”, Horvath „Italienische Nacht”, Mnouchkine „Mephisto”, Mann „Der Untertan”, Shakespeare „Othello”, Fallada „Jeder stirbt für sich allein“, eine 20er Jahre-Revue und ein Brecht Abend.

Wichtig für die Kultur- und Theaterlandschaft war auch sein Wirken über Castrop-Rauxel hinaus. So war er Vorsitzender der Landesbühnengruppe im Deutschen Bühnenverein, Mitglied des Präsidiums des Deutschen Bühnenvereins und einer der Gründerväter des gemeinsamen Büros der vier Landestheater in NRW. Herbert Hauck war ein kollegialer, leidenschaftlicher und engagierter Theatermann, der sich für seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen einsetzte und zu 100 Prozent in der Kultur aufging. Nach dem Ende seiner Intendanz in Castrop-Rauxel lebte Herbert Hauck auf La Palma, Spanien.  

Lesen Sie jetzt