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Wuppertaler Schauspielhaus von Schließung bedroht

Zuschüsse kürzen

WUPPERTAL Schock für die Wuppertaler Bühnen: Das Schauspielhaus steht vor der Schließung, weil Zuschüsse stufenweise bis rund 20 Prozent gekürzt werden. So jedenfalls schlägt es das Konzept der Verwaltung zur Haushaltssicherung vor.

von Von Karin von Cieminski

, 18.11.2009
Wuppertaler Schauspielhaus von Schließung bedroht

Die Stadt Wuppertal diskutiert über die Schließung des Schauspielhauses.

Dieses hat Oberbürgermeister Peter Jung (CDU) am Dienstag vorgelegt. Die Stadt Wuppertal ist völlig überschuldet, derzeit mit 1,8 Milliarden Euro, und im Kulturbereich sollen bis 2014 30 Prozent eingespart werden. Falls es zu der vorgeschlagenen Zuschusskürzung bei den Wuppertaler Bühnen um bis zu zwei Millionen Euro kommt, könnte das Schauspielhaus dieser schon ab Mitte 2012 zum Opfer fallen. „Wir haben gerade erst das Opernhaus mit einem Riesen-Kraftakt saniert“, so Stadtsprecherin Martina Eckermann. Nun sollte als nächstes das derzeit geschlossene Schauspielhaus brandschutztechnisch umgebaut werden. „Das Investitionsvolumen dafür beläuft sich auf 6,5 Millionen Euro“, so Eckermann. Im Moment finden Schauspiel-, Musik- und Tanztheateraufführungen im Opernhaus statt, es gibt außerdem eine kleine Spielstätte im Foyer des Schauspielhauses.

Schon jetzt sei die Bewirtschaftung des Hauses nicht finanzierbar, sagte gestern Enno Schaarwächter, Kaufmännischer Geschäftsführer der Wuppertaler Bühnen. Ob die derzeitige Notlösung im Opernhaus auch eine gute Lösung für die Zukunft sei, konnte Schaarwächter nicht einschätzen. Ein weiterer Ansatz, den auch die Stadt zur Diskussion gestellt hat: Die Kooperation mit den Theatern Remscheid und Solingen ausweiten, wo die Wuppertaler Bühnen mit einigen Produktionen auftreten. Dass die Sparte Schauspiel wegfällt, könne er sich nicht vorstellen, auch wenn das Theater schließt.

Ob es dazu kommt, wird der Rat, in dem eine große Koalition regiert, im nächsten Jahr entscheiden. „Bisher ist das Konzept nur eine Diskussionsgrundlage, nicht mal eine Vorlage für den Rat“, so CDU-Fraktionschef Bernhard Simon, der sich für Verbundlösungen mit anderen Städten aussprach. Das Konzept zerstöre viel Infrastruktur, bedauerte Hans-Peter Vorsteher, Grünen-Fraktionschef. Ursula Schulz, stellvertretende Vorsitzende der SPD, weiß, dass radikale Maßnahmen notwendig sind, doch mahnt: „Was geschlossen wird, wird meist nicht mehr aufgemacht.“

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