Positives Mindset: Schon mal was beim Universum bestellt?

Immer positiv bleiben: Christopher Filipecki weiß, wie da geht. © Adobe Stock
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Es klingt äußerst esoterisch – ist es vielleicht auch. Aber dennoch ist der Glaube, sich etwas beim Universum bestellen zu können, viel wertiger als nur sein Horoskop zu lesen. Gegenwärtig wird immer häufiger vom sogenannten „Positiven Mindset“ gesprochen. Das ist auch genau der richtige Ansatz, um sein Leben ein wenig optimistischer zu gestalten.

Was ist überhaupt ein Mindset?

Heruntergebrochen könnte man das Wort „Mindset“ wahrscheinlich mit der „Art zu denken“ übersetzen. Wir haben alle über die Jahre gelernt, wie wir bestimmte Dinge wahrnehmen, interpretieren, für andere, aber auch für uns bewerten. Das eine finden wir richtig gut, das andere gefällt uns so gar nicht. Aus unseren Erfahrungen heraus – besonders aus denen, die wir als Kind gesammelt haben – hat sich eine Haltung entwickelt und noch viel wichtiger: unser Selbstbild.

Dieses Selbstbild sagt uns, worauf wir stolz sein können, wo wir nochmal kritisch hinschauen müssen und was wir uns selbst wert sind. Hier liegt auch die Krux: Dieses Selbstbild ist oft so gar nicht kongruent zu dem Bild, was andere von uns haben. Nahezu immer sehen wir uns viel kritischer, weniger talentiert und weniger wertvoll als andere uns sehen und wir defacto auch sind.

Über Bord mit den negativen Glaubenssätzen!

„Oh, das kann ich überhaupt nicht gut!“, „Nee, sorry, das ist eher nicht so meins. Mach das besser ohne mich!“, „Verlass dich da besser nicht auf mich! Ich mach sowas ständig kaputt.“ – Diese und noch viele weitere, ähnliche Aussagen hören wir ständig und sagen sie auch viel öfter, als wir es zunächst glauben mögen. Hier spricht man von „negativen Glaubenssätzen“.

Eine selbsterklärende Begrifflichkeit: Ich glaube, dass ich etwas nicht kann, dafür nicht gut bin, es besser sein lassen sollte. Warum ich das glaube, hat meistens zwei Gründe: Entweder haben in meinen Augen schon dermaßen viele Dinge nicht geklappt, dass ich mich an neue kaum noch heranwage. Oder ich habe exakt diese Sache schon einmal ausprobiert, sie hat nicht funktioniert und somit werde ich sie auch mein ganzes Leben lang nicht können. Beide Gedanken kommen zwar nicht von ungefähr, sind jedoch höchst kontraproduktiv.

Positives Mindset: Probieren geht über Studieren!

Frei nach dem Motto „Alle sagen, dass das nicht geht. Einer wusste es nicht und hat’s dann einfach gemacht“ sollten auch Sie viel weniger darüber nachdenken, Dinge auszuprobieren. Stattdessen gilt: „Go with the flow! Feel it, do it!“, also: Ich habe da jetzt Lust drauf, also mache ich es auch. In dem Wort „Ausprobieren“ steckt unverkennbar das Wort „Probieren“. „Probieren“ bedeutet, etwas zu wagen, vielleicht auch dabei zu scheitern, aber zumindest die Erfahrung zu machen.

Kennen Sie jemanden, der beim ersten Kochen in der Küche das perfekte 5-Gang-Menü gezaubert hat? Natürlich nicht, weil derjenige es üben musste. Sie wissen doch auch, dass gute Sportler viel trainieren und nicht schon als Kind solche Leistungen erbringen können. Warum hören Sie dann nach einem Versuch mit etwas auf? Machen Sie es nochmal. Und nochmal. Und nochmal. Besonders, wenn es ein Hobby ist.

Im Job sollten Sie vielleicht das, wofür Sie bezahlt werden, auch draufhaben. Aber privat stehen Sie in keinem Wettbewerbsverhältnis. Solange es Ihnen Spaß macht, machen Sie einfach weiter. Womöglich wird genau dieses Versuchen irgendwann zu einem lebensverändernden Moment. Haben Sie es noch nicht einmal ausprobiert, machen Sie es jetzt – wenn’s Ihnen nicht gefallen hat, machen Sie es einfach nicht erneut. Easy, oder?

Ein wenig mehr Selbstsicherheit bitte!

Ok, zugegeben: Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Immerhin kommen die negativen Glaubenssätze nicht von ungefähr, sondern sind oft tief verankert. Seien Sie sich aber bitte bewusst, dass sie erlernt wurden. Sie haben sich diese Glaubenssätze entweder selbst beigebracht oder andere haben sie in Ihren Kopf gepflanzt – und da müssen sie nun auch wieder weg.

Schauen Sie sich in Ihrem Alltag um und achten Sie mal darauf, wann Sie vor etwas zurückschrecken. Wann Sie sich plötzlich viel vorsichtiger verhalten, nur, weil sie Angst vor dem Endresultat haben. Überprüfen Sie dann, ob die Angst begründet ist – nein, nur weil Sie gerne fliegen können möchten, werden Sie es höchstwahrscheinlich auch mit Üben nicht schaffen, also bitte nicht ausprobieren – oder ob die Angst erlernt wurde. Kann ich die Spinne in der Ecke wirklich nicht selbst wegmachen? Stört sie mich überhaupt so extrem, dass sie wegmuss? Setzen Sie genau an solchen Punkten an und machen Sie aus dem Negativen etwas Positives.

Tun Sie so, wie Sie gerne wären!

Der große Kniff: Beim positiven Mindset verhalten Sie sich einfach so, wie Sie sich gerne verhalten möchten. Sie gehen nicht gerne ins Schwimmbad, weil Sie sich für Ihre Figur schämen? Stellen Sie sich ihrem Unwohlsein und verhalten Sie sich so, als hätten Sie eine Traumfigur.

Schauspielern Sie ein wenig und Sie werden sehen, dass es außer Ihnen sowieso keinen der Anwesenden interessiert, wie Sie im Schwimmbad aussehen und es genügend andere Gäste mit ähnlichen Figuren gibt. Machen Sie also einen Realitätscheck und treten Sie ein Stück aus Ihrer Albtraumblase heraus. So wird aus einem „Ich kann das nicht“ ganz schnell ein „Ich mach das richtig gut“ – und dann werden Sie es auch dazu noch automatisch gut machen.

Das Universum weiß, was Karma ist

Das Beste zum Schluss: Sie können sogar stark positiv beeinflussen, wie andere Sie sehen und was eintreffen soll. Das Karma ist mit Ihnen – das was Sie geben, bekommen Sie zurück.

Sie stehen kurz vor einem Bewerbungsgespräch und sind äußerst verunsichert, weil Sie befürchten, schlecht abzuschneiden? Bestellen Sie sich ein perfektes Gespräch beim Universum! Bitte was? Ja, das geht ganz einfach: Auf dem Weg zum Bewerbungsgespräch stellen Sie sich so detailliert wie möglich den Ablauf des perfekten Gesprächs vor. Stellen Sie sich vor, wie Sie hereintreten, Ihren zukünftigen Chef herzlich begrüßen, Sie sofort auf einer Wellenlänge sind, Sie alle Fragen souverän beantworten und am Ende den Job zugesagt bekommen.

Positives Mindset: Übung macht den Meister

Diesen Ablauf spulen Sie non-stop immer wieder im Kopf ab, bis das Gespräch losgeht – und die Wahrscheinlichkeit, dass es dann genau so wird, steigt um ein Vielfaches.

Warum das so ist? Weil Sie ein positives Mindset haben, positiv wirken und damit auch Positives anziehen. Sie strahlen, also strahlt man zurück. Selbst wenn es am Ende doch nicht klappen sollte, war es einfach nicht die richtige Stelle, aber Sie haben immerhin einen sympathischen Eindruck hinterlassen und voller Elan das Beste aus sich herausgeholt.

So läuft das übrigens mit allen Sachen im Leben: Spielen Sie das Leben, das Sie gerne hätten, so lang, bis es wie von Zauberhand plötzlich da ist. Wenn nicht Sie daran glauben, glücklich zu werden, tut das auch kein anderer.