Alles Käse

Kolumne

In der Leben-Kolumne schreibt Marc Bracht über Gesundheit und Wellness. Diesmal geht‘s um alte Marotten - und was man dagegen tun kann.

21.07.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Im Urlaub in Bayern beobachtet Leben-Redakteur Marc Bracht eine Situation, die ihm ein Schmunzeln ins Gesicht zauberte.

Im Urlaub in Bayern beobachtet Leben-Redakteur Marc Bracht eine Situation, die ihm ein Schmunzeln ins Gesicht zauberte. © Montage: Adobe Stock/Kaminski

Wie Sie wissen, war ich erst kürzlich im Bayern-Urlaub. Im Allgäu erklommen meine Partnerin und ich den ein oder anderen Gipfel. Und auch, wenn wir nach jedem Trip ziemlich erschöpft waren - was vielleicht auch daran lag, dass wir hin und wieder Probleme hatten, die Wanderkarten richtig zu lesen -, war ich doch immer genug auf der Höhe, um beim Hotel-Frühstück interessante Begebenheiten zu bemerken.

Gouda gibt es in Holland

Eine ereignete sich am vorletzten Urlaubstag. Mir war nicht entgangen, dass neue Gäste im Hotel eingecheckt hatten. Vater, Mutter und zwei Töchter im Teenageralter. Das Quartett musste sich im Frühstücksraum erst einmal zurechtfinden. Aufgrund von Corona hatte der Hotel-Chef angeordnet, dass man sich Aufschnitt, Brötchen und Co. - also alles, was unverpackt ist - von ihm selbst oder der netten Hotelfachkraft anreichen lassen musste. Mit Mundschutz, versteht sich.

Bei der Auswahl des Käses, welche die Familie traf, wurde der Chef, ein Ur-Bayer, etwas ungehalten. „Wir hätten gern ein paar Scheiben Gouda“, so die schicksalhafte Bestellung der Neuankömmlinge. „Gouda?!“, rief der Hotelinhaber durch den Saal. „Sowas haben wir hier nicht. Wir haben Tilsiter oder Emmentaler. Wer Gouda will, der muss schon nach Holland fahren, nicht nach Bayern.“ Mit hochrotem Kopf und ohne Käse entfernte sich die Familie vom Büffet. Die anderen Gäste konnten sich das Lachen nicht verkneifen. Einer von ihnen machte sich sogar den Spaß, den Bayer, der ihn fragte, ob er noch einen Kaffee haben möchte, auf die Schippe zu nehmen. „Könnte ich vielleicht auch etwas Gouda haben?“, lautete die Stichelei.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier

„Also, wir haben keinen...“, setzte der Hotelier an - und merkte recht schnell, dass man ihn nur ärgern wollte. Ja, der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Und unsere Gewohnheiten sind auch per se nicht schlecht. Routinen helfen uns dabei, unsere kognitiven Ressourcen schonend einzusetzen. Nahezu die Hälfte unserer Entscheidungen treffen wir letztlich aufgrund von Gewohnheiten.

Doch Neues auszuprobieren, ist ebenso wichtig. Denn wenn wir etwas Neues tun führt das dazu, dass unser Gehirn Dopamin ausschüttet. Das Belohnungsssystem im Oberstübchen wird aktiviert, das macht glücklich. Dabei ist es ganz unerheblich, ob es sich um das Erklimmen eines unbekannten Gipfels oder eben das Probieren eines neuen Käses handelt.

Gesundheit, Wellness, Rezepte: Auf Ruhr Nachrichten Leben finden Sie weitere spannende Themen:

www.ruhrnachrichten.de/leben