Die Coronavirus-Playlist

Kolumne

An dieser Stelle schreibt Redakteur Marc Bracht über seine Erfahrungen in den Bereichen Gesundheit und Wellness. Diesmal geht es um die musikalische Untermalung der Corona-Prävention.

03.03.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 3 min
Zweimal „Happy Birthday“ singen - das ist eine gute Richtschnur für die Zeit, die es braucht, um die Hände gründlich zu waschen.

Zweimal „Happy Birthday“ singen - das ist eine gute Richtschnur für die Zeit, die es braucht, um die Hände gründlich zu waschen. © Montage: dpa/Kaminski

Von Marc Bracht

„Nach dem Klo und vor dem Essen, Hände waschen nicht vergessen!“ Ja, diesen Leitsatz habe ich bereits im Kindergarten gelernt. Und besonders jetzt, in Zeiten der Ausbreitung des Coronavirus, sollte man den kurzen Reim rund um die Uhr wie ein Mantra vor sich hinbeten. Ich habe ihn allerdings um ein paar Komponenten erweitert. Also, einmal zum Mitschreiben: „Nach dem Klo und vor dem Essen, nach dem Händeschütteln, nach dem Anfassen von Türklinken, Geländern, Stopp-Tasten in Bus und Bahn, Zangen beim SB-Bäcker, Aufzugtastschaltern, PIN-Feldern vom Geldautomaten, Zapfhähnen an der Tankstelle - Puh, kurz Luft holen - und natürlich vor dem Nasebohren, Hände waschen nicht vergessen!“ Doch wie geht das eigentlich, das Händewaschen? Und wie viel Zeit muss ich dafür einplanen? Gibt es da keine Tipps? Die gibt‘s!

Coronavirus: Eine Einordnung

Bevor es ans Eingemachte geht, hier ein kleiner Einschub von einem für andere Klugscheißer: Die Bezeichnung Coronavirus, wie sie aktuell kursiert, ist total unpräzise. Denn COVID-19 oder auch SARS-CoV-2, so der fachsprachliche Name des Virus, ist Mitglied einer ganzen Familie von Coronaviren. Man stelle sich einmal deren Familienfeiern vor. Weihnachten bei Familie Corona. Gruselig! Insgesamt sind - mit Stand Februar 2020 - sieben bekannt: Neben SARS-CoV[-1], SARS-CoV-2 und MERS-CoV noch HCoV-HKU1, HCoV-NL63, HCoV-OC43 und HCoV-229E.

Diese vom Center for Disease Control and Prevention (CDC) erstellte Illustration zeigt den neuartigen Coronavirus 2019-nCoV.

Diese vom Center for Disease Control and Prevention (CDC) erstellte Illustration zeigt den neuartigen Coronavirus 2019-nCoV. © picture alliance/dpa/Center for Disease Control

Aktuell (Stand 3.3., 10 Uhr) zählt das Robert-Koch-Institut 188 Ansteckungsfälle in der Bundesrepublik, 101 davon hier in Nordrhein-Westfalen. Hygiene-Expertin Prof. Gastmeier empfahl kürzlich in der Bundespressekonferenz mit u.a. Gesundheitsminister Jens Spahn von der CDU, in den Arm zu niesen und sich gründlich - wir erinnern uns an unser Mantra mit „Klo“ und „Essen“ - die Hände zu waschen. „Das Risiko für die Gesellschaft ist gestiegen, die Gefahr für den Einzelnen ist aber weiterhin nicht groß“, erläuterte Prof. Drosten von der Charité in Berlin - dort gibt es drei Fälle - die Lage während der Konferenz.

Goldkehlchen gegen Coronavirus

Das Risiko, mich mit SARS-CoV-2 anzustecken, möchte ich, trotz vermeintlich geringer Gefahr für Einzelpersonen, aber trotzdem nicht eingehen. Also heißt es jetzt mehrmals täglich: Ran ans Waschbecken, Wasser marsch, Seife - egal ob fest oder flüssig - zur Hand nehmen und beherzt schrubben. Fingerzwischenräume, Handrücken und Nägel nicht vergessen! Wer musikalisch ist, wird sogar seine helle Freude daran haben. Denn beim Waschen geht auf Nummer sicher, wer dabei zweimal „Happy Birthday“ singt. Während dieser Zeitspanne - es sind in etwa 20 Sekunden - werden die Hände nicht nur sauber, sondern rein.

Singen hilft bei der Corona-Prävention. Die Liedtexte können frei gewählt werden.

Singen hilft bei der Corona-Prävention. Die Liedtexte können frei gewählt werden. © Robert Günther/dpa

Irgendwann wurde mir das ständige Gratulieren dann aber doch zu blöd. Auch meine Kollegen schauten mich komisch an, wenn ich am Waschbecken schon wieder Glückwünsche vor mich hinträllerte. Also dachte ich mir: Hey, da muss Abwechslung rein. Ich brauche eine Coronavirus-Playlist! Es galt nun, sich einige der derzeit bei den Deutschen beliebte Songs zusammenzusuchen und zu schauen, wie weit man sie singen kann, bis man die 20-Sekunde-Marke erreicht. Hier das Ergebnis:

Die Coronavirus-Playlist fürs Händewaschen

„Atemlos“ von Helene Fischer lässt sich in 20 Sekunden wie folgt singen: „Wir ziehen durch die Straßen und die Clubs dieser Stadt. Das ist unsre Nacht, wie für uns beide gemacht. Oho, oho. Ich schließe meine Augen, lösche jedes Tabu. Küsse auf der Haut, so wie ein Liebes-Tattoo. Oho, oho.“

Wer „Better“ von Lena Meyer-Landrut und Nico Santos beim Händewaschen zum Besten geben möchte, schafft innerhalb von 20 Sekunden diesen Part: „There was only you and I, but now I feel like I am trapped inside. A life that doesn’t feel right. It’s not me, it’s not me. I thought you’re my ride-or-die, but our love died on the ride.“

Dua Lipas neue Pop-Nummer „Don‘t Start Now“ erreicht nach „Did a full 180, crazy, thinking bout the way I was. Did the heartbreak change me? Maybe, but look at where I ended up. I’m all good already. So moved on, it’s scary“ die magische 20-Sekunden-Marke.

Fans von Flynn Kliemanns neuem Song „Alles, was ich hab“ können ebenfalls 20 Sekunden mitsingen. Ihr Liedausschnitt lautet dann: „Gebe alles, was ich hab für alles, was ich will. Ich will ne ganze Menge, also geb ich ganz schön viel. Lebe für die Sache und weiß nicht mal, was sie ist. Ist auch scheißegal, solange ich was fühl. Sag, wie lahm ist das Leben ohne Risiko? Ohne Wagen fahren Räder ohne Leben los.“

„Ist auch scheißegal, solange ich was fühl“ ist ein gutes Motto für die Songauswahl für das Anti-Corona-Händewaschen. Denn solange man sich beim Waschen an die einfach 20-Sekunden-Regel hält - egal, was man dabei singen möchte -, hat das Virus wenig Chancen, sich einzunisten. Schiefe Töne sind erlaubt.

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