Gut zu Vögeln

Kolumne

In der Leben-Kolumne schreibt Marc Bracht über Gesundheit und Wellness. Diesmal geht es um Vögel - und warum sie uns glücklich machen.

10.11.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Leben-Redakteur Marc Bracht ist unter die Vogelbeobachter gegangen. Warum Sie das auch tun sollten, verrät er in dieser Kolumne.

Leben-Redakteur Marc Bracht ist unter die Vogelbeobachter gegangen. Warum Sie das auch tun sollten, verrät er in dieser Kolumne. © Montage: Adobe Stock/Kaminski

Seit ein paar Wochen bin ich gut zu Vögeln. Nein, nicht so wie Sie jetzt vielleicht denken. In Zeiten von Pandemie, Lockdown lite und Homeoffice habe ich reges Interesse für die gefiederten Helden der Lüfte entwickelt. Gut, es gibt da so ein paar Exemplare, die einen manchmal zur Weißglut treiben - allen voran Tauben, die sich mit ihren Hinterlassenschaften gern auf meinem parkenden Auto verewigen -, aber wenn man mit einer heißen Tasse Kaffee morgens im Garten sitzt und Rotkehlchen, Blaumeise und Co. bei ihrem Tagewerk zuschauen kann, hat das schon irgendwie eine entspannende Wirkung. Und diese ist aktuell sogar Gegenstand einer wissenschaftlichen Studie.

Vögel beobachten: Ornithologen sind glücklicher

Gleich mehrere Pflegekassen finanzieren dieser Tage ein Projekt, dass den Zusammenhang von Vögeln und unserem Gemütszustand analysiert. Die Annahme: Hobby-Ornithologie kann als Gesundheitsprävention funktionieren - speziell in Pflegeheimen. Geleitet wird die Studie von einem Team um die Sozialpsychologin Elisabeth Kals von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Und es ist die erste dieser Art weltweit. „Durch das Angebot der Vogelbeobachtung, der Anregung zur Bewegung und zum Nachdenken über die beobachteten Vögel kann das soziale Wohlbefinden direkt gesteigert werden“, heißt es in einem Papier der Forscher.

Auch in Großbritannien stößt dieses Thema auf große Faszination. Dort erforscht der Biologe Daniel Cox, ähnlich wie seine Kollegen aus Bayern, ob Vögel einen positiven Einfluss auf die psychosoziale Gesundheit von Menschen haben, fokussiert sich bei seiner Arbeit allerdings auf Stadtbewohner. Seine Erkenntnis: Personen entspannen beim Vogelbeobachten am Futterhaus und fühlen sich mit der Natur verbunden. Das sind gleich zwei wichtige Aspekte für den Stressabbau.

Zwischen Körnern und Meisenknödeln

Ich kann das alles nur so unterschreiben. Und rüste derweil sogar noch auf. Denn ich habe mich mittlerweile mit reichlich Wildvogelfutter und Meisenknödeln eingedeckt. Ab in den Garten damit und abwarten. Und wahrscheinlich bin ich dank dieser Methode bald der entspannteste Mensch der Welt. Denn durch dieses Büffet hinterm Haus sind die Vögel bald zu dick, um woandershin zu fliegen.

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