Hanfsamen: Das neue Superfood?

Mit Vorsicht genießen

Hanfsamen stehen bei Lebensmitteln zunehmend auf der Zutatenliste. Verbraucher sollten beim Kauf aber sorgsam sein, raten Experten.

17.09.2020, 09:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hanfsamen enthalten gesunde Fette und Vitamine. Beim Kauf hanfhaltiger Lebensmittel sollten Verbraucher aber auf eine Herkunft aus Europa achten, sagen Experten des Tüv.

Hanfsamen enthalten gesunde Fette und Vitamine. Beim Kauf hanfhaltiger Lebensmittel sollten Verbraucher aber auf eine Herkunft aus Europa achten, sagen Experten des Tüv. © Matthias Bein/dpa

Ob als Salatöl, im Müslimix oder in Getränken: Hanfsamen liegen im Trend. Die Samen gelten als sogenanntes Superfood mit gesundheitsfördernden Eigenschaften. Allerdings sollten Verbraucher beim Einkauf auf bestimmte Punkte achten, wie der Tüv Süd erklärt.

Hanfsamen: So gesund sie wirklich

Hanfsamen enthalten hochwertiges Fett, Protein, Vitamine sowie Ballast- und Mineralstoffe. Hanfsamenöl ist reich an ungesättigten und essenziellen Fettsäuren, den Vitaminen B und E sowie Calcium, Magnesium und Eisen. Samen und Öl werden zahlreiche gesundheitliche Wirkungen zugesprochen, wissenschaftlich sind diese laut Tüv Süd aber nicht nachgewiesen - und Lebensmittel sowie Nahrungsergänzungsmittel mit Hanf dürfen daher auch nicht mit Krankheitsbezug beworben werden.

Darf man Hanf selber anbauen?

Der private Eigenanbau jeglicher Hanfsorten - darunter auch Nutzhanf oder Hanf als Zierpflanze - ist in Deutschland verboten. Bestimmte Teile der Hanfpflanze, wie Blüten und Stängel, enthalten das Cannabinoid THC, das die Psyche beeinflussen kann. Das gilt zwar nicht für die Hanfsamen. Dennoch könnten diese bei der Ernte mit THC-reichen Pflanzenteilen in Berührung kommen und in geringen Mengen in daraus hergestellte Lebensmittel gelangen, erklären die Experten.

Als Schwangere auf Hanf verzichten

Verbraucherschützer raten daher empfindlichen Menschen wie Kindern, Schwangeren und Stillenden, vorsorglich auf Hanfsamen und Hanföle zu verzichten. Sie empfehlen beispielsweise Walnussöl oder Leinsamen.

Grundsätzlich wichtig sei, beim Einkauf hanfhaltiger Lebensmittel auf die Herkunft zu schauen. Der Tüv Süd rät, nur gesicherte Quellen zu nutzen und auf eine Herkunft aus Europa zu achten. Bestellungen in Webshops könnten dagegen mit Risiken bezüglich der gesundheitlichen Unbedenklichkeit, Herkunft und Qualität der Produkte verbunden sein.

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dpa