Herbstblues - oder: Gut gelaunt durchs dritte Viertel

Kolumne

In der Leben-Kolumne schreibt Marc Bracht über Gesundheit und Wellness. Diesmal gehts um den Herbstblues - und was man gegen ihn tun kann.

06.10.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wie ein begossener Pudel? Im Herbst sind viele geknickt. Wieso das so ist, erklärt Leben-Redakteur Marc Bracht.

Wie ein begossener Pudel? Im Herbst sind viele geknickt. Wieso das so ist, erklärt Leben-Redakteur Marc Bracht. © Montage: Adobe Stock/Kaminski

Das war‘s dann wohl. Der Sommer ist vorbei. Grillabende mit Freunden im Garten sind passé. Es wird kalt, grau, dunkel, nass, ungemütlich. Shorts kommen in den Schrank, dicke Jacken raus. Vielerorts hört man die ersten Schniefnasen. Ja, man hat aktuell allen Grund, traurig zu sein. Herbstblues nennt man das.

Was ist Herbstblues?

Der Herbstblues ist eine leichte depressive Verstimmung, die sich bei so manchem in der dritten Jahreszeit einstellt. Sie gibt dem Herbst auch seinen Beinamen: die Jahreszeit der Melancholie. Klingt etwas pathetisch, aber ist was dran. Ich merke das auch immer mal wieder, wenn ich morgens im Dunkeln aufstehe, abends im Dunkeln nach Hause komme und nicht mehr auf dicke Socken verzichten kann. Für den Herbstblues gibt es eine einfache Erklärung. Und ebenso einfache Gegenmittel.

Woher kommt Herbstblues?

Mediziner machen das Glückshormon Serotonin, beziehungsweise das Fehlen dieses Botenstoffs, für Stimmungsschwankungen im Herbst verantwortlich. Denn schwindendes Tageslicht führt dazu, dass weniger davon ausgeschüttet wird.

Serotonin ist allerdings lediglich eine Seite der Medaille ist. Denn da gibt es noch den Gegenspieler Melatonin. Ebenfalls ein Hormon, jedoch mit genau der anderen Aufgabe. Denn es ist das müde machende Schlafhormon, das vermehrt dann ausgeschüttet wird, wenn es dunkler wird.

Was tun gegen Herbstblues?

Man hat also ein Ungleichgewicht. Von dem einen zu wenig, von dem anderen zu viel. Kein Wunder, dass wir häufiger ausgelaugt, genervt oder traurig sind. Doch man muss sich vom Herbstblues nicht unterkriegen lassen. Hier ein paar Tipps:

  • Raus, raus, raus: Schon 30 Minuten an der frischen Luft reichen aus, um ausreichend Tageslicht und somit jede Menge Vitamin D zu tanken. Das Vitamin regt die Produktion von Serotonin an, macht also glücklich.
  • Achtsam sein: Der Herbst ist da, ob wir wollen oder nicht. Warum sich also nicht einfach mal ein bisschen Zeit nehmen, um ihn mit allen Sinnen zu erleben? Es gibt plötzlich so viele neue Farben zu sehen, neue Gerüche wahrzunehmen und leckere Heißgetränke zu genießen.
  • Pläne schmieden: Eine Herbst-To-Do-Liste ist super, um beschäftigt zu bleiben und dem Blues gar keine Zeit zu geben. Im dritten Jahresviertel lassen sich perfekt Pläne für Frühling und Sommer schmieden, aber auch ganz konkrete Dinge erledigen, die bisher auf der Strecke geblieben sind.
  • Mehr Gemütlichkeit: Im Sommer sind wir ständig auf Achse. Grillen, Urlaub machen, Leute besuchen, Schwimmbadaufenthalte. Wenn man das so sieht, ist das eigentlich purer Stress. Im Herbst kann man es sich gemütlich machen. Heiße Schokolade und das Buch, das man sich zwar gekauft, aber nie gelesen hat.

Wer diese Tipps beherzigt kommt ganz sicher unbeschadet durch den Herbst. Wem das aber jetzt immer noch schwerfällt, der sollte sich mit Ideen wie Wintergrillen oder Eisbaden anfreunden. Sieht wenigstens aus wie Sommer, auch wenn es sich nicht so anfühlt.

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